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Kampf gegen illegales Glücksspiel: DSWV plädiert für Maßnahmen gegen unerlaubte Anbieter am Schwarzmark! (Bild von Ramdlon auf Pixabay)

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat anlässlich des Aktionstages Glücksspielsucht 2022 einen neuen Bericht veröffentlicht. Der Chef des Verbandes, Mathias Dahms, warnte davor, dass es Hunderte von Online-Glücksspielanbietern auf dem Schwarzmarkt gibt, die ihre Dienste den deutschen Spielern zur Verfügung stellen. Laut dem Verband haben lizenzierte Anbieter sowie antragstellende Unternehmen alle behördlichen Erlaubniskriterien zum Spielerschutz ergriffen, was bei den unerlaubten Anbietern nicht der Fall ist. Selbst wenn diese Akteure über eine EU-Lizenz in Malta verfügen, es handelt sich per Gesetz in Deutschland um ein illegales Angebot. Mit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 ist die rechtliche Grauzone von Online-Glücksspiel und -Wetten hinsichtlich Dienstleistungsfreiheit im EU-Raum hinfällig. Nur wer sich an deutsche Glücksspielgesetze hält und staatlich zugelassen ist, darf am Markt teilnehmen.

DSWV warnt: Mehr als 400 Schwarzmarkt Glücksspielanbieter ohne Lizenz in Deutschland aktiv

Der aktuelle DSWV-Bericht wurde anlässlich des deutschen Aktionstages Glücksspielsucht 2022 am 27. September veröffentlicht und erkennt an, dass der Schutz der Spieler und legaler Sportwettenanbieter vor illegalen, nicht lizenzierten Anbietern enorm wichtig ist. Gleiches gilt letztlich für die Online-Gaming-Anbieter, deren Lizenzierung bisher weit weniger offiziell erlaubte Marktteilnehmer hervorgebracht hat. Der DSWV, auch Der Deutsche Sportwettenverband genannt, teilte mit, dass er die Initiativen der Bundesländer im Rahmen des Aktionstages Glücksspielsucht unterstützt. Darüber hinaus bekräftigte der Verband, dass der Schutz und die Prävention von Glücksspielsucht unabhängig von der Form des gewerblichen Spiels von großer Bedeutung sind.

Hierzu erklärte Mathias Dahms, Präsident des Deutschen Sportwettenverbandes unter anderem: „Der Schwarzmarkt mit Glücksspiel- und Sportwettangeboten hat in den letzten Jahren gigantische Ausmaße angenommen.“

Mathias Dahms, Präsident des Deutschen Sportwettenverbandes, räumte ein, dass die Präsenz von Schwarzmarktanbietern von Sportwetten und Glücksspielen in letzter Zeit stark zugenommen hat. Er wies darauf hin, dass der DSWV in der Lage war, mehr als 400 illegale Glücksspielangebote sowie auch Wettportale am Schwarzmarkt zu ermitteln und zu identifizieren, die für Kunden in Deutschland zugänglich sind. Nicht zuletzt warnte Dahms davor, dass die tatsächliche Zahl der nicht regulierten unerlaubten Online-Anbieter noch deutlich höher sein könnte als die ermittelte Anzahl. Gelingt den Markt zu kanalisieren und entsprechen illegale Glücksspielangebote zu sperren, dann werden legalen Markteilnehmer die Kanalisierung vorantreiben können und das riesige Potenzial beim Online-Gaming in Deutschland kann sich restlos entfalten.

Zu diesem Sachverhalt führte der DSWV-Präsident weiterhin aus: „Wir konnten mehr als 400 Websites ohne Lizenz identifizieren, auf denen sich Kunden aus Deutschland ganz einfach registrieren und spielen können. Und das dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein.“

Nicht regulierungswillige Player vom Markt nehmen

Am Lizenzierungsverfahren teilnehmende Anbieter sowie alle bereits erlaubten Online-Glücksspiel- und Wettanbieter haben Maßnahmen für verantwortungsbewusstes Glücksspiel umgesetzt. Mit Blick auf die lizenzierten Betreiber in Deutschland würdigte der DSWV deren Bemühungen, problematisches Glücksspiel zu verhindern. Der DSWV-Präsident erklärte in diesem Zusammenhang, dass die lizenzierten Betreiber in Deutschland an das Spielersperrsystem OASIS angeschlossen sind, ein Sperrsystem, das es deutschen Spielern ermöglicht, sich selbst von Glücksspielen auszuschließen.

Das innovative Selbstausschluss-System wurde im Rahmen des neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrags (GlüNeuRStV) eingeführt, der im Juli 2021 in Kraft trat. Nach dem Staatsvertrag sind alle konzessionierten Glücksspielanbieter an OASIS sowie das LUGAS Glücksspielaufsichtssystem anzuschließen, um die Sicherheit der selbst ausgeschlossenen Personen zu gewährleisten und sie am Glücksspiel zu hindern. Der Anschluss an OASIS ist zwar für zugelassene Betreiber verpflichtend, aber das ist nicht die einzige Maßnahme zum Spielerschutz.

Nach Angaben des DSWV haben die Lizenznehmer noch weitere Maßnahmen ergriffen, um Online-Spieler vor Schäden durch Glücksspiele zu schützen. Zu diesen Instrumenten gehört die Implementierung von KI, die verdächtige oder riskante Wettmuster erkennen kann. Hierzu nutzen Anbieter wie Tipwin, JackpotPiraten, BingBong und mehr das Neccton Mentor Tool. Der Deutsche Sportwettenverband wies jedoch darauf hin, dass derartige Selbstausschluss- und Spielerschutzmaßnahmen für Online-Gaming-Anbieter am Schwarzmarkt nicht verpflichtend oder verfügbar sind.

Der Verband hofft, dass die neue deutsche Aufsichtsbehörde wirksam gegen diese nicht regulierungswilligen Anbieter vorgehen wird. Nicht zuletzt könne die Beseitigung des Schwarzmarktes dadurch erreicht werden, dass die Spieler zu lizenzierten Anbietern gelenkt werden und damit der Kanalisierungsauftrag im Zuge der Legalisierung von virtuellen Automatenspielen, Online Sportwetten und Poker nachgekommen werden.

Netzsperren

Online-Glücksspiel-Kanalisierung: Deutsche Aufsichtsbehörde plant Netzsperren gegen illegale Angebote!

Für attraktive Bedingungen ist unter staatlicher Lizenz die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder verantwortlich. Wenn von außen bessere Glücksspielangebote zugänglich sind, dann ist es schwer für legale Spielotheken online Spieler zu begeistern. Um illegales Glücksspiel zu bekämpfen und Spielern sowie auch Minderjährigen in Deutschland maximalen Schutz vor Spiel- und Wettsucht sowie Spielmanipulation bieten zu können, beginnt die Glücksspielaufsicht damit das Instrument IP Blocking (Netzsperren) einzusetzen. Mit diesem Vollzugsinstrument lassen sich über die zuständigen Internet-Service-Provider illegale Glücksspielangebote online sperren.