DSbV

Der Deutsche Spielbankenverband (DSbV) verlangt mehr Überwachungen von Casino-Streaming-Angeboten. (Bildquelle: deutscher-spielbankenverband.de/)

Das Thema Casino-Streaming linkt einfach nicht ab. Erst hat Twitch das Streaming-Angebot von Glücksspielen mit einem Verbot belegt, jetzt fordert auch der Deutsche Spielbankenverband (DSbV) mehr Kontrollen in diesem Bereich. In einer Pressemitteilung ging hervor, dass sich der Deutschen Spielbankenverband vermehrt um die Sicherheit der Jugendlichen sorgt und mahnt in einer Pressemitteilung an, den Fokus vermehrt auf die „Casino-Streams“ zu legen. Für die Regulierung des Glücksspielmarktes ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde (GGL), welche in Halle an der Saale sitzt, verantwortlich. Diese sorgt nicht nur für die Lizenzvergabe an die geprüften Unternehmen, sondern bemüht sich, mit strengen Maßnahmen auch den Spielerschutz zu erhöhen. Dazu wurden unter anderem Werbemaßnahmen stark eingeschränkt. Nun verlangt der DSbV mehr Sicherheit auch im Streamingbereich, da dieser laut dem Verband bisher vernachlässigt wurde.

Casino-Streaming: veränderte Nutzung der Medien

Kerstin Kosanke, Präsidentin des DSbV, macht in einer Pressemitteilung deutlich, dass sie ein hohes Gefährdungspotenzial sieht, da die meisten Jugendlichen Medien heute anders verwenden, als wir es vor vielen Jahren noch gewohnt waren. Die Präsidentin des DSbV verweist mit eindringlichen Worten darauf, dass Jugendliche schon lange keine Fernsehprogramme im klassischen Sinne mehr nutzen, sondern sich vermehrt auf Online- und Streaming-Portale begeben. Dabei führte sie in der Pressemitteilung auch den Betreiber Twitch als Maßstab an. Dieser sei in ihren Augen verstärkt auf das Casino-Streaming aufgesprungen und zeigt immer mehr Angebote rund um virtuelle Spielautomaten.

Kerstin Kosanke sagt in der Pressemitteilung: „Für Jugendliche spielt lineares Fernsehen kaum noch eine Rolle. Sie nutzen Online-Portale oder einen Streaming-Dienst wie Twitch, der immer mehr auch Glücksspiel, Slotmaschines, Roulette oder Würfelspiele präsentiert.“

22,5 Prozent der Jugendlichen bereits am Glücksspiel teilgenommen

In seinen Ausführungen verweist der DSbV außerdem auf eine aus dem Jahr 2022 entstandene Studie des Verbraucherschutzvereins Berlin/Brandenburg, bei dem Jugendliche unter anderem gefragt wurden, ob sie schon einmal in einem stationären oder online Casino gespielt hätten. Laut Auswertung der Studie haben 22,5 % der Jugendlichen diese Erfahrung gemacht. Kosanke warnt deswegen davor, die Digitalisierung des Glücksspielmarktes aus dem Auge zu verlieren.

Kerstin Kosanke, Präsidentin des DSbV, fordert: „Das Augenmerk von Politik und Öffentlichkeit richtet sich primär darauf, den deutschen Online-Glücksspielmarkt insgesamt zu regulieren. Doch wir müssen den Blick besonders auch auf Jugendliche richten. Politik und Behörden müssen aufmerksam sein gegenüber Casino-Streams, damit sie auch das Nutzerverhalten der jungen Generation auf dem Schirm haben.“

Twitch stoppt Casino-Streaming 2022

Schon im vergangenen Jahr stoppte der Anbieter Twitch das Casino-Streaming-Angebot, was dem Portal enorm Verluste bescherte. Denn was des einen Leid, ist des anderen Freud! Schnell entstand auf dem Streaming-Markt ein neues Portal, welches die Besucher von Twitch anfingen, indem sie ihnen weiterhin Streaming-Angebote aus der Glücksspielszene versprachen. Mittlerweile verlassen auch immer mehr Streamer das Portal Twitch und versuchen auf Kick neu anzufangen. Laut Kosanke fehlt in diesem Bereich die Kenntnis zur rechtlichen Situation und eine klare Regelung, was die Sicherheit der Jugendlichen angeht. Inwieweit sich dieser wachsende Markt in der Szene eindämmen lässt, ist jedoch fraglich.

Casino-Streaming soll mehr überwacht werden.

Kerstin Kosanke, Präsidentin des DSbV, verweist auf die starken Gefahren, die mit immer wiederkehrenden Streaming-Angebote die Glücksspiel verherrlichen aufkommen. (Bildquelle: Sharad Kachhi von Unsplash)