Novomatic

Novomatic setzt auf neue Strukturen für die Abteilungen Vertrieb und Produktion. Das Kerngeschäft – Glücksspiel rückt zunehmend in den Mittelpunkt, weshalb sich der Konzern auch das Wiener Novomatic Forum verkauft! (Bild von novomaticforum.com)

Der österreichische Glücksspielriese Novomatic Group setzt die im vergangenen Jahr begonnene Umstrukturierung fort und baut seine Vertriebs- und Produktionsabteilungen um. Alle zum Vertrieb gehörenden Abteilungen werden künftig der Erfahrung von Jakob Rothwangl anvertraut. Mit der Expertise aus dem US-Geschäft der Novomatic AG wird der langjährigen Führungskraft zugetraut, die Vermarktung zukunftsorientiert auszubauen. Gleichermaßen übernimmt die Leitung für das gesamte Produktionsmanagement Walter Eschbacher, der sich ebenfalls bestens im Unternehmen auskennt und vor allem für mehr Effizienz in den Abläufen sorgen soll. Im Vordergrund der Transformation stehen Wachstum und Synergieeffekte, um in Zukunft effizienter und kostenorientierter zu arbeiten.

Strukturwandel bei Novomatic

Der Fokus liegt beim Umbau innerbetrieblicher Abläufe in erster Linie auf der Optimierung der Wirtschaftlichkeit und der Erschließung von Synergiepotenzialen. Nachdem Gründervater Johann Graf als Innovator der Glücksspielszene immer mehr Macht im Konzern abgibt, um sich in seinen wohlverdienten Ruhestand zurückzuziehen, gilt es neue Strukturen zu schaffen. Der Gaming-Markt befindet sich im Wandel und hat vor allem auch erstmals mit Verlusten zu kämpfen.

Hauptaugenmerk von Novomatic ist nach wie vor nicht das Geschäft mit Novoline Spielautomaten im Internat, wo Titel wie Book of Ra und Dolphins Pearl Evergreen-Status genießen. Der terrestrische Glücksspielmarkt ist die Haupteinnahmequelle und hier hat die Coronavirus-Pandemie Spuren hinterlassen. Dabei ist längst nicht abzusehen, welche Nachwirkungen in einigen Ländern noch auf die Geschäftszahlen Einfluss nehmen.

In Deutschland sind Abstandsregeln zwischen Spielstätten vorgesehen, die im Rahmen der Neuregulierung 2021 durchgesetzt werden sollen. Hierbei sind auch viele Aufstellunternehmen gefährdet, die exklusiv Novoline Automaten vertreiben sowie deren Kunden aus dem Bereich Spielotheken und Spielhallen.

Mangel an Flexibilität beseitigen

Am Beispiel Deutschland wird deutlich, dass der riesige Glücksspielkonzern Novomatic mit plötzlichen Marktveränderungen nur bedingt umgehen kann. Während der größte Konkurrent im deutschsprachigen Raum inmitten der Corona-Krise sich flott für Online-Casinos gemacht und dabei die Vorgaben der deutschen Gesetzgebung vollends erfüllt, stecken die Österreicher seit Monaten in der Planungsphase. Die Ausschöpfung des Marktpotenzials im Internet ist somit ausgeblieben, die fehlenden Einnahmen aus den örtlichen Spielstätten bei gleichzeitigen Kosten sind dennoch vorhanden. Dies ist sicher ein Grund für Veränderungen in der Unternehmensstruktur.

Dabei wird sich die Abteilung Global Sales auf die Neukundenakquise und die verstärkte Vernetzung auf internationaler Ebene fokussieren. Darüber hinaus soll die Kundenbetreuung intern und extern verbessert werden, mit dem Ziel eine stärkere Kundenbindung zu erzielen. Die Abteilung Produktion und Logistik wird die Bereiche Produktion, Einkauf, Logistik und Sonderanfertigung zusammenbringen, wozu ebenfalls die Sektoren für Druck- und Kunststofffertigungen sowie der elektrotechnische Bereich und die eigene Schreinerei gehören. Am Ende soll die Prozessabwicklung schneller vonstattengehen und Betriebsabläufe in der Abwicklung effizienter gestaltet werden.

Novomatic zieht Lehren aus der Pandemie

Betriebsintern geht es darum die Organisation weiter zu strukturieren. Durch die herausfordernden letzten Monate haben sich neue Felder aufgetan, die zu berücksichtigen sind. Mit zwei Novomatic-Experten, die den Konzern seit vielen Jahren begleiten und bereits unter Beweis gestellt haben, mit eigenen Strukturen Verbesserungen erzielen zu können, wird der interne Ablauf nochmals auf den Prüfstand gestellt. Am Ende geht es aber nicht nur darum, an Kosten zu sparen, sondern um die stabile Wettbewerbsfähigkeit der Novomatic AG in der Zukunft.

Die Wartezeiten für neue Geldspielgeräte sollen verkürzt werden, damit Aufsteller so schnell wie möglich Neuheiten präsentieren können. Genauso ist es notwendig, auf die sich fortlaufend ändernden Anforderungen auf dem Markt sofort reagieren zu können. Deutschland öffnet sich für Online-Glücksspiel und gibt vorerst das Automatenspiel und Poker frei und die allseits bekannte Novoline Casino Stargames plant mehrere Monate das Comeback ohne Vollzug zu vermelden.

Es lässt sich natürlich nur darüber spekulieren, warum sich Novoline so viel Zeit lässt die bekannten Slots von Faust bis Sizzling Hot Deluxe in deutsche Online Casinos zu bringen. Eins steht jedoch fest, die Konkurrenz schläft nicht und hat sich in kürzester Zeit eine gute Marktposition erarbeiten können.

Novomatic trennt sich von Forum in Wien

Das Novomatic Forum mit Blick auf die Wiener Secession hat Novomatic 2007 für ungefähr 10 Mio. € gekauft. Vorher hat darin das Verkehrsbüro seine Zentrale betrieben. Der Konzern hat das Gebäude aufwendig restauriert und zu einem angesehenen Veranstaltungshaus umfunktioniert. Die Eventlocation war das Aushängeschild des Unternehmens in Wien, gelegen am Naschmarkt, und Novomatic hat es sich einiges kosten lassen, aus dem Baudenkmal Verkehrsbureau ein ansehnliches Etablissement zu formen.

Bei der Umstrukturierung geht es auch darum, sich von Geschäftsbereichen und somit auch Objekten zu trennen, die mit den Kerngeschäften nichts zu tun haben. Dementsprechend wurde ein geeigneter Käufer gesucht und gefunden, mit der LNR Projektentwicklung übernimmt die futuristische Art déco Einrichtung ein österreichisches Unternehmen. Die Nutzung für Veranstaltungen ist nach wie vor gegeben, was sicherlich ebenso wie der veranschlagte Kaufpreis von 25 Mio. € über den Verkauf hinwegtröstet.