Anbieterübergreifendes Einzahlungslimit - 1.000 Euro bis 10.000 Euro möglich

GGL machts möglich: Anbieterübergreifendes Einzahlungslimit – 1.000 Euro bis 10.000 Euro! (Bildquelle: ds_30 auf Pixabay)

Mindestens 5 Sekunden pro Drehung an Online-Slots, maximales Einsatzlimit von 1 Euro pro Spiel, Pause von 5 Minuten nach einer Spieldauer von 60 Minuten – der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft getretene Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) hat eine Reihe Beschränkungen für das Online Casino Echtgeld Spiel eingeführt. An den für Jugend- und Spielerschutz wichtigen Regeln scheint kein Weg vorbeizugehen. Jedoch findet aktuell zumindest bei einer häufig kritisierten monatlichen Grenze für Einzahlungen ein Umdenken statt. Ohne große Aufmerksamkeit zu erregen hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) den regulatorischen Spielraum genutzt, um in seltenen Fällen das monatliche Einzahlungslimit auf bis zu 10.000 Euro zu erhöhen.

Lockerungen beim anbieterübergreifenden Einzahlungslimit

Zur Spielsuchtbekämpfung und zur Eindämmung des Glücksspiels hat der deutsche Staatsvertrag Einzahlungsgrenzen vorgesehen. Die Tatsache, dass die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) genau diese Einsatzobergrenzen sozusagen unangekündigt erhöht hat, löste in Teilen der Branche eine gewisse Überraschung aus. Spinsfactory informierte hierzu, als das Jackpotpiraten Casino die neue Einzahlungshöhe von bis zu 10.000 Euro öffentlich machte. In der Folge ist vielfach die Vermutung aufgekommen, seitens der GGL bestünde die Absicht, auf Drängen der Glücksspielindustrie unter Umständen unter Umgehung des Glücksspielstaatsvertrages eine Erhöhung der Einzahlungslimits zu bewirken.

In diesem Zusammenhang schauen wir uns nun die Möglichkeiten des Glücksspielvertrags an, welche eine Erhöhung der Limits erlauben würden. Schließlich gewährt der Staatsvertrag nur in einem sehr limitierten Umfeld Abweichungen bei den Einzahlungsgrenzen gemäß § 6c Abs. 1 Satz 2 GlüStV 2021. Fakt ist aber, dass die Glücksspielbehörde Halle diese Lockerung, so wollen wir es mal nennen, nicht ohne gesetzlichen Hintergrund vornimmt, sondern die Möglichkeiten im Glücksspielvertrag ausreizt. Andere Grenzen lassen sich hingegen nicht ohne Weiteres verschieben, denn dazu bedarf einer Evaluierung des GlüStV 2021 und die steht erst im Jahr 2026 an.

Ein anderer Trend sind Online Casinos mit 1 Euro Einzahlung. Der Löwenanteil der Community spielt mit überschaubaren Mitteln und sehnt sich nach Belohnungen für winzige Geldbeträge.

Anbieterübergreifendes Einzahlungslimit (§ 6c GlüStV 2021)

Für Online Casino Deutschland sowie auch für Wettanbieter gilt bundesweit ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit. Über eine Zentraldatei der sogenannten Limitdatei wird über eine anonyme Spielerkennung das monatliche Limit mit jedem Login neu abgefragt. So kann kein deutscher Spieler über das Limit hinausgehen. Dies geht auf den § 6c Abs. 4 GlüStV 2021 zurück. Um als Online Casino mit deutscher Lizenz operieren zu können, ist der Anschluss an dieses zentrale System unabdingbar. Schauen wir uns jetzt die Voraussetzungen an, die deutsche Spieler erfüllen müssen, um ihr persönliches anbieterübergreifendes Einzahlungslimit auf bis zu 10.000 Euro erhöhen zu können.

  • Es ist ein neues anbieterübergreifendes Einzahlungslimit auf monatlicher Basis festzulegen.
  • Bei einer Obergrenze, welche über 1.000 Euro liegt, ist ein Verlustlimit für das zusätzlich gewährte Limit festzulegen, welches 20 Prozent nicht überschreiten darf.
  • Glücksspielanbieter sind verpflichtet, die finanziellen Voraussetzungen des Kunden zu prüfen. Kontoauszug, Einkommensteuerbescheid und sonstige Nachweise zum Einkommen sind abzufragen.
  • Eine Selbstauskunft des Kunden darf nicht akzeptiert werden.
  • Jeder Fall ist individuell zu prüfen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu bewerten und dies muss jedes Jahr aufs Neue erfolgen.
  • Spieler mit erhöhtem Limit sind gesondert zu tracken, um auffällige Verhaltensmuster im Hinblick auf problematisches Glücksspiel zu erkennen. Außerdem sind diese Daten in anonymer Form an die GGL aller 6 Monate bereitzustellen.
Online Casinos Deutschland mit bis zu 10.000 € Einzahlungslimit

(Bildquelle: mister-pi auf Pixabay)

Das JackpotPiraten Online Casino Deutschland war der erste GGL zugelassene Anbieter von virtuellen Automatenspielen, der Voraussetzungen für ein höheres monatliches Limit von über 1.000 Euro bis 10.000 Euro ermöglicht hat.

Enormer bürokratischer Aufwand könnte entstehen

Wie lizenzierte Online Casinos Deutschland in der Praxis die notwendige Bonitätsprüfung ihrer Kunden handhaben werden, bleibt abzuwarten. Denkbar ist, sich Steuerbescheide oder andere Einkommensnachweise und Kontoauszüge aushändigen zu lassen, wie es exemplarisch von der GGL angeführt wird. Ein ISA-Guide Artikel greift das riskante Vorgehen im Hinblick auf Änderungen am anbieterübergreifenden Einzahlungslimit auf und geht dabei auch auf die „Kohärenzrechtsprechung des EuGH“ ein. Zu befürchten ist außerdem, dass schon aufgrund des Eindrucks staatlicher Bevormundung die überwiegende Mehrheit der aktiven Spieler eine Erhöhung des Einzahlungslimits anstreben wird. Dies gilt unabhängig davon, ob sie dazu tatsächlich wirtschaftlich im Stande sind oder nicht.

Hierfür muss auf Seiten der Veranstalter mit einem hohen manuellen und zeitlichen Einsatz gerechnet werden. Denn die Bonität der einzelnen Spieler müsste anhand von Einkommenssteuerbescheiden, sonstigen Nachweisen über das Einkommen und Kontoauszügen manuell überprüft werden. Die praktizierte und nicht ausdrücklich deklarierte Vorgehensweise besteht aber darin, dass sich die Anbieter von Glücksspielen einfach eine übliche Schufa-Auskunft über den Kunden einholen, ähnlich wie bei einer Kreditanfrage. Zu diesem Zweck leitet der Glücksspielbetreiber die Eckdaten des Kunden an die SCHUFA weiter und bekommt ein Scoring von A-P zurück.

A bedeutet dabei eine Wahrscheinlichkeit von 99,5 Prozent, dass der Kunde seinen Kredit auch bezahlen wird. Dieser Ansatz ist zwar erlaubt, wenn die Wahrscheinlichkeit ermittelt werden soll, dass eine Forderung bedient wird, allerdings nicht, wenn die Bonität eines Spielenden im Online Casino Deutschland ermittelt werden soll. Auf jeden Fall sind viele sensible Daten zu verarbeiten, um ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit zu erhöhen, was durchaus als datenschutzbedenklich einzuordnen ist.

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