Legales Glücksspiel: Marktanteil wohl nur bei 10 Prozent!

illegaler Online-Glücksspiel-Markt macht 4,7 Billionen Euro Umsatz und 660 Milliarden Gewinn – legale Anbieter erzielen 60 Milliarden Euro Gewinn! (Bildquelle: Rob auf Unsplash)

Europas größte Leitmesse für Glücksspiel- und Wettanbieter ist am 8. Februar in London zu Ende gegangen und hat im Rahmen zahlreicher Diskussionsrunden erschreckende Fakten zutage gebracht. Demnach soll sich das Umsatzvolumen des illegalen Marktes weltweit auf sage und schreibe 4,7 Billionen Euro belaufen. Zum Vergleich liegen die gesamten Staatseinnahmen der USA bei rund 8 Billionen Euro. Noch desaströser ist die Gewinnmarge legaler Glücksspiel- und Wettanbieter im Vergleich zu illegalen Angeboten. Etwa 60 Milliarden Euro haben die Branchenunternehmen an Gewinn im letzten Jahr verbuchen können, während der illegale Markt sich bei 660 Milliarden Euro einpegelt!

In der Illegalität lassen sich viel höhere Gewinne mit Glücksspielen erzielen

Das verbotene Geschäftsmodell mit Online Casinos und Wettportalen hat längst ausufernde Sphären überschritten und widersetzt sich jedweder Form von Marktregulierung. Im letzten Jahr machten die Anbieter auf dem Schwarzmarkt schätzungsweise 662 Milliarden Euro Gewinn. Dies geht aus Meldungen rund um die Londoner Fachmesse für Glücksspiel „ICE London 2024“ hervor. Auf mehreren Konferenzen boten Fachvorträge rund um die Glücksspielbranche Einblicke in die aktuellen Entwicklungen.

Zum Aufhorchen brachte die anwesenden Konferenzteilnehmer nicht etwas ein neues Slot-Spiel mit Mega-Jackpot oder die nächste Gaming-Revolution. Ismail Vali, Geschäftsführer der Firma Yield Sec, tritt als Redner mit knallharten Fakten in den Vordergrund. Die Marktstudie seines Unternehmens offenbart ein erschreckend starkes Wachstum des Schwarzmarktes. In einem Artikel, den David Cook für Next.io veröffentlichte, erklärt der Yield Sec Chef, dass ein explosives Wachstum in erster Linie afrikanische Märkte sowie im Nahen Osten betreffen würde.

Besorgniserregende Entwicklung

In der Tat sind die Zahlen alarmierend. Im Jahr 2023 schätzt Ismail Vali das weltweite Umsatzvolumen illegaler Online-Casino-Anbieter sowie Wettveranstalter auf rund 4,7 Billionen Euro. Etwa 662 Milliarden Euro dürften die Anbieter als Gewinn eingefahren haben. Das Geschäft im illegalen zu betreiben, bietet offensichtlich unvorstellbar hohe Margen, sodass es sich lohnt, abseits von Glücksspielgesetzen illegal und in Grauzonen das Spiel der Chancen und Risiken anzubieten.

Demgegenüber haben die legalen Veranstalter „nur“ 60 Milliarden Euro in die Kasse gespült. Den größten Anteil daran haben die unregulierten Märkte, da die Spieler ungeachtet gesetzlicher Regelungen Möglichkeiten finden, im Casino online, bei Buchmacher oder bei einem virtuellen Pokeranbieter zu spielen. Damit stellen die Einnahmen, die auf den Schwarzmärkten gemacht werden, die legalen Umsätze in den Schatten, die sich nach Schätzungen von Yield Sec auf rund 10 Prozent der unerlaubten Angebote belaufen.

Klar dürfte aber auch sein, dass ein nicht unerheblicher Anteil über seriöse Online Casinos generiert wird, die sich als regulierungswillig zeigen, jedoch auch Märkte bedienen, wo die Politik schlichtweg nicht in der Lage ist, die Liberalisierung herbeizuführen. Auch Deutschland brauchte beinahe ein Jahrzehnt, bevor es tatsächlich bundesweit einheitliche Regeln für das virtuelle Automatenspiel gab. Aber auch über zwei Jahre nach der Legalisierung sind Spiele wie Roulette, Blackjack und Baccarat noch nicht legal verfügbar.

Studie zum Online-Glücksspielmarkt in Deutschland – die Hälfte spielt illegal

(www.dswv.de)

Die unter Gunther Schnabl geleitete Universitätsstudie aus Leipzig hat zum ersten Mal aufgezeigt, wie das Verhältnis von legal und illegal am deutschen Glücksspielmarkt bestellt ist.

Deutschlands Schnabl-Studie bringt Lichts ins Dunkel

In nicht wenigen Ländern haben zwar politische Entscheidungen das Online-Glücksspiel legal gemacht, haben aber längst nicht den gesamten Markt kanalisieren können. So wurde mit dem Glücksspielvertrag in Deutschland zwar das Echtgeld Spiel an Online-Slots lizenziert und staatlich erlaubt, allerdings mit strengen Auflagen für legale Online Casinos mit deutscher Lizenz.

Einsatzlimits und lange Spieldauer wurden vom Schwarzmarkt instrumentalisiert, um die deutschen Spieler mit dem Versprechen einer schnelleren Spielerfahrung, besseren Boni und schlichtweg mehr Unterhaltung zu locken. Eine vom Wirtschaftswissenschaftler Gunther Schnabl von der Universität Leipzig durchgeführte Marktstudie hat hierzu ergeben, dass bis zur Hälfte der Spieldauer in Deutschland auf illegale Glücksspielangebote entfallen. Da ist der Jugend- und Spielerschutz gewiss nicht so vorhanden, wie es behördlich geprüfte Anbieter handhaben.