Gibt es bald weniger Online-Casinos illegal in Deutschland?

Online-Casinos illegal ohne GGL-Erlaubnis: Stärkt die Glücksspielreform in Curacao die deutsche Kanalisierung? (Bildquelle: gamingcontrolcuracao.org)

Der Großteil aller deutschen Spieler nutzt die lizenzierten Online-Casinos mit Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Allerdings zockt eine ebenso erhebliche Anzahl in Online-Casinos illegal, denn diese bieten auf deutschsprachigen Webseiten illegale Glücksspiele an. Oft haben diese verlockende Boni und ein umfangreiches Spielangebot im Programm, jedoch operieren diese auf dem Schwarzmarkt. Die meisten dieser Schwarzmarktanbieter werben zudem seriös mit gültiger Glücksspiellizenz und verweisen im Kleingedruckten auf das Curacaos Gaming Control Board (GCB). Fern der europäischen Gerichtsbarkeit ist es schwer für die Behörden, gegen dieses unerlaubte Glücksspiel vorzugehen, wenngleich eine Regulierungsbehörde aus Curacao dahinter zu stehen scheint. Eine Änderung im Lizenzsystem von Curacao soll das nun ändern.

Macht die neue Curacao Lizenz Online-Casinos illegal in Deutschland?

Um die Frage zu beantworten, müssen wir ein wenig weiter ausholen: Seit Jahren sind die in Curacao ansässigen ausländischen Glücksspielanbieter berüchtigt für ihre minimalen Spielerschutzbestimmungen und dafür, dass sie unter anderem auch in Deutschland Online-Casinos illegal anbieten. Angesichts der wachsenden Besorgnis über problematisches Glücksspiel und der zunehmenden Bedeutung einer strengeren Regulierung durchläuft der Online-Glücksspielsektor des Landes derzeit eine Übergangsphase. Ziel ist es, die Regulierung zu straffen und eine fairere und sicherere iGaming-Branche zu schaffen.

Fakt ist: Unabhängig von der Lizenzierungsform der Behörde in Curacao sind Online Casinos in Deutschland nur mit GGL-Lizenz legal! Aber: Die Aufsichtsbehörde wird transparenter und kann auch bei Verstößen gegen ausländische Glücksspielgesetze vorgehen, was dazu führen könnte, dass Online Casinos mit deutscher Lizenz gestärkt werden.

Angestoßen hat neue Glücksspielregulierung von Curacao die niederländische Regierung im Zuge der Corona-Unterstützung für die alte Kolonie und der gleichzeitigen Legalisierung des Glücksspiels im Internet für holländische Spieler. Die Behörde in Curacao soll in Zukunft mehr Macht haben, um gegen Verstöße vorzugehen. Dafür braucht es grundlegende Änderungen im System. Im September bestätigte Curacaos Gaming Control Board (GCB), die seit März 2020 für Glücksspielaktivitäten zuständige Regulierungsbehörde, die Einführung eines neuen Online-Portals, das es Betreibern ermöglicht, Anträge für Curacao Online-Casino-Lizenzen einzureichen. Das neue Portal wurde bereits vor zwei Monaten eingerichtet und bietet Informationen für Glücksspielbetreiber, die sich für eine Lizenz bewerben möchten.

Bisher hatten lediglich drei Unternehmen eine sogenannte Masterlizenz und haben Unterlizenzen an abertausende Online-Casino-Anbieter vergeben, gegen die juristisch nur schwer vorzugehen war. Gleichzeitig sind der Spielerschutz und Maßnahmen gegen Abzocke und Betrug auf der Strecke geblieben. Die neue Glücksspielgesetzgebung wird das nun ändern.

Curacao Online-Glücksspielportale müssen vor Ort angesiedelt sein

Ab sofort können sich Bewerber, die an einer Lizenz interessiert sind, sowie aktuelle Inhaber von Unterlizenzen registrieren. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Überarbeitung des Online-Gaming-Marktes, da das Land dem Übergang zur Nationalen Glücksspielverordnung (LOK) entgegensieht, einer neuen Gesetzgebung, die sicherstellen soll, dass die Online-Glücksspiele im Land mit den besten Standards und Praktiken für den Sektor auf internationaler Ebene übereinstimmen. Das heißt, in Zukunft werden auf Landesebene Verstöße gegen Glücksspielgesetze in anderen Ländern geahndet. Da lizenzierte Curacao Online-Casino illegal in Deutschland sind, wären diese wahrscheinlich juristisch einfacher greifbar, als das bisher der Fall gewesen ist.

Unter dem neuen Glücksspielgesetzt werden Glücksspielanbieter strengen Lizenzanforderungen und Compliance-Regeln unterliegen. Die neue Regelung soll die Integrität des Sektors fördern und sicherstellen, dass die Betreiber von Online Casinos sicher und fair ihre Entertainmentangebote unter Wahrung geltender Gesetze in allen Ländern anbieten. Und wird deren Lizenz nicht akzeptiert, dann dürfen wie im Fall Deutschland, keine neuen Kunden mit Wohnsitz im Land akzeptiert werden. Schließlich haben in der EU ansässige Unternehmen die Möglichkeit, am Erlaubnisverfahren der GGL teilzunehmen und als legales Online Casino Deutschland zugelassen zu werden.

Auf dem neu eingerichteten Portal für Online-Casino-Lizenzen können sich Betreiber, die eine Zulassung für Curacao anstreben, registrieren. Darüber hinaus müssen sich auch bisherige Unterlizenznehmer über das kürzlich eingerichtete Portal registrieren. Dies ist eine Voraussetzung, die diese Lizenznehmer erfüllen müssen, um nach Inkrafttreten des Glücksspielgesetzes tätig werden zu können. Interessant: Während die Registrierung über das Portal bereits möglich ist, erklärte die Behörde-GCB, dass sie ab dem 15. November 2023 mit der Bearbeitung und Annahme von Anträgen auf Online-Glücksspiellizenzen beginnen wird. Nach Angaben der GCB werden die Lizenzen „nur an in Curaçao ansässige Unternehmen vergeben, die Online-Glücksspiele anbieten“.

Deutschland: Illegales Glücksspiel durch Reformen in Curacao vor dem Aus!

Die Regierung der Niederlanden hat massiv Druck auf die Regierung in Curacao ausgeübt, um dem illegalen Glücksspiel online Einhalt zu gebieten, wovon auch Deutschland und andere EU-Staaten profitieren könnten. Hierfür wurden auch die coronabedingten Hilfspakete für das königliche Überseegebiet verwendet.

Wer Online-Casinos illegale mit Curacao-Lizenz anbieten, der wird durch seinen verpflichtenden Firmensitz im Land rechtlich angreifbar sein. EU-Ländern mit eigenen Lizenzen können gegen diese Anbieter gerichtlich vorgehen und beispielsweise wie die deutsche Herangehensweise mit empfindlichen Zwangsgeldern Netzsperren durchsetzen. Bisher blieben solche Vollzugsinstrumente weitgehend wirkungslos, aufgrund der schwierigen Rechtslage außerhalb der EU die Rechtmäßigkeit einer Untersagung durchzusetzen.