Malta

Malta gewinnt Kampf gegen Geldewäsche und wird der grauen Liste der FATF gestrichen! (Bild von @radziejewski auf Unsplash)

Für Malta geht eine turbulente und anstrengende Phase zu Ende. Die Financial Action Task Force (FATF) will die Mittelmeerrepublik von der „Greylist“ der Finanzbehörden streichen. Nach verschiedenen Regelverstößen und unzureichender Kontrolle vom Sektor Online-Glücksspiel bis hin zur Finanzsparte haben neue Regeln durch die zuständigen Behörden die Überwachungsmaßnahmen auf ein neues Niveau angehoben. Dennoch wird das Land nach Angaben der Times of Malta noch einer „verstärkten Überwachung“ unterzogen und als finanziell nicht vertrauenswürdig eingestuft. Gleichzeitig wird es jedoch von der Bürde befreit, auf der „Greylist“, eine Art schwarze Liste „Blick List“ der G7-Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu stehen. Für ein EU-Land ist dies zweifelsohne grundlegend, um die Standards nach Transparenz bei Transaktionen gewährleisten zu können.

Strenger Kontrollen wichtig für Anbieter von Online-Glücksspiel in Malta

Der amtierende Premierminister Robert Abela von der Arbeitspartei signalisierte indessen, dass er sich bis zur offiziellen Bekanntgabe nicht äußern werde. Nach Beschwerden von EU-Mitgliedern wurde Malta als Mitgliedsstaat im vergangenen Sommer auf die graue Liste gesetzt, was für die maltesische Wirtschaft ein schwerer Schlag war. Gegenstand der Beanstandungen war eine unzureichende Regulierungsaufsicht über die auf der Insel ansässigen Unternehmen, die Steuervermeidung und die Abwicklung von Finanztransaktionen. Alles in allem nachteilig für das Paradies der Online-Glücksspielanbieter sowie sich zunehmend entwickelnde Industrie für Kryptowährungen.

Für diesen oft noch strittigen Markt ist Malta zunehmend offen, um den Hype mitzunehmen und dem Ganzen eine seriöse Basis innerhalb der Europäischen Union zu verleihen. Generell haben die unterschiedlichen Verfehlungen aus Sicht der FATF zu einer negativen MONEYVAL-Bewertung geführt. In der Folge ist Malta in eine für die Wirtschaft der Insel schwierigen Zeit gelandet, da die graue Liste unter anderem von starker Korruption geprägte Länder wie Albanien, Syrien, Simbabwe und Myanmar führt.

Dazu kommen aufsehenerregende Skandale wie die Panama Papers, in die mehrere in Malta registrierte Unternehmen verwickelt waren. Außerdem gab es noch die Glassia-Ermittlungen der italienischen Polizei, die den bisher größten Geldwäschefall Italiens aufdeckten und deren Recherchen die Machenschaften einige mit Malta verbandelter Firmen aufdeckten. Um dem Übel schnell ein Ende bereiten zu können, hat sich das EU-Land schnell einen Rettungsanker gesucht, um die notwendigen Vorkehrungen einzuleiten von der Blacklist der Finanzbehörden zu verschwinden.

Unmittelbar nach der ernüchternden Bewertung der FATF entwarfen Premierminister Robert Abela und Finanzminister Alfred Camilleri einen Maßnahmenplan, um Malta bis 2023 von der grauen Liste zu streichen. Die ersten Schritte sind nunmehr erfolgreich verlaufen.

Aktionsplan läuft an

Abela wies die Regierung an, die maltesische Financial Intelligence Analysis Unit (FIAU) zu überarbeiten und ein neues Unternehmensregister für maltesische Unternehmen zu entwickeln, um die Transparenz der Eigentumsverhältnisse und Vermögenswerte zu gewährleisten. Das ist auch für den deutschen Online-Glücksspielmarkt von Interesse. Viele Anbieter von Online Spielhallen in Deutschland und ebenso Wettportale und Online Poker Plattformen haben Niederlassungen in Malta und halten eine Lizenz der anerkannten Aufsichtsbehörde. Entsprechend ist die Reputation des Wirtschaftsstandorts von immenser Bedeutung, um die MGA als Referenz aufführen zu können.

Es gibt auch Unternehmen wie Mernov aus der Gauselmann Gruppe, welches im nordrhein-westfälischen Espelkamp sitzt und ausschließlich für deutsche Spieler mit Seiten wie Jackpot Piraten oder Bingo Bong aktiv ist. Entsprechend ist keine Malta Lizenz vorhanden, sondern eine Erlaubnis der deutschen Aufsichtsbehörde für Online-Glücksspiel. Für internationale Betreiber, die ebenfalls auf eine deutsche Genehmigung aus sind und die geleichzeitig mit MGA Lizenz in anderen Ländern agieren ist die Seriosität des Landes als Wirtschaftsstandort von enormer Bedeutung.

Abela erteilte der Regierung den Auftrag, die maltesische Abteilung für Finanzanalyse (Financial Intelligence Analysis Unit, FIAU) zu reformieren und ein neues Unternehmensregister für Unternehmen in Malta zu entwickeln, um die Transparenz der Eigentumsverhältnisse und des Vermögens zu gewährleisten. Bereits im letzten Oktober ordnete die FIAU an, dass alle in Malta ansässigen Unternehmen die überarbeiteten Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML5-Richtlinie) zu beachten haben. Darin wurde ein neues Betriebsverfahren für die Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden, Meldeverfahren, Outsourcing, Mitarbeiterschulung und -überprüfung, Aufbewahrung von Unterlagen und Interaktionen mit „nicht seriösen Ländern“ festgelegt.

Weitere Anweisungen sehen vor, dass maltesische Unternehmen gezwungen sind, das wirtschaftliche Eigentum an Unternehmensstrukturen, Personenvereinigungen oder juristischen Personen, die über Trusts oder staatliche Unternehmen gehalten werden, offenzulegen. Entsprechend sind die Hürden, Geldwäsche zu betreiben, höher, denn Briefkastenfirmen und andere Optionen haben keinen Background mehr.

Bis 2023 FATF konform

Die Änderungen wurden von Premierminister Robert Abela als Schwerpunkt bezeichnet. Der Minister kündigte an, dass Malta bis 2023 von der grauen Liste der FATF wieder gestrichen werden soll. In einer Erklärung an die maltesische Glücksspielbranche erklärte Carl Brincat, Chief Executive der Malta Gaming Authority (MGA), das mit der Umsetzung der notwendigen Änderungen begonnen wurde. In Malta ansässige Betreiber von Online Spielotheken sowie auch Spieleentwickler wie Merkur Gaming oder Greentube Novoline werden als lizenzierte Unternehmen die entsprechenden Informationen durch die Behörde übermittelt bekommen. Folgende Punkte sind maßgebend für die aktuell anhaltenden Maßnahmen, um Malta von der grauen Liste streichen zu lassen:

  • Malta muss gewährleisten, dass registrierte Unternehmen die echten Angaben von Inhabern preisgeben. Beim Versuch, Daten zu fälschen oder die Behörden zu täuschen, sind empfindliche Strafen erforderlich.
  • Die staatliche Finanzkontrolle durch die FIAU ist grundlegend zu optimieren. Betrugsfälle bei der Steuer sowie Geldwäscheprobleme verlangen nach sorgfältigeren Kontrollmaßnahmen.
  • Die Zusammenarbeit zwischen strafrechtlich handelnden Behörden und der FIAU gilt es im Rahmen von Fällen bei Geldwäsche zu verbessern.

Der Malta Gaming Authority CEO Carl Brincat erklärte die aktuelle Situation wie folgt gegenüber der Times of Malta: „Wir sind uns bewusst, dass die Aufnahme Maltas in das sogenannte Greylisting eine Neubewertung des Risikos, das von in Malta ansässigen Unternehmen ausgeht, durch mehrere Interessengruppen, wie zum Beispiel internationale Banken auslösen kann. Aus diesem Grund könnten unsere Lizenznehmer mit zusätzlichen Anfragen und Auskunftsersuchen von internationalen Partnern konfrontiert werden”, sagte Brincat zu diesem Zeitpunkt. Wir bemühen uns vor allem darum, die wichtigsten Akteure zu erreichen, um durch immer größere Transparenz zu erklären, dass die in Bezug auf Malta festgestellten Mängel in keiner Weise den Glücksspielsektor betreffen und daher in der Praxis die Art und Weise, in der diese internationalen Akteure unsere Lizenznehmer wahrnehmen und mit ihnen umgehen, nicht verändern sollten.“

Ivan Filletti, CEO von iGaming Malta, einer mit der internationalen Förderung des maltesischen Online-Glücksspielsektors betrauten Organisation, erklärte abschließend: „Die Entscheidung der FATF zeigt, dass Malta ein vertrauenswürdiges Land ist, das für die Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität bestens gerüstet ist. Unser etabliertes Glücksspiel-Ökosystem, unsere erfahrenen Fachkräfte und unser Good-Governance-Rahmen werden auch in Zukunft globale Unternehmen und Start-ups nicht nur unterstützen, sondern ihnen auch zu ihrem Erfolg verhelfen. Malta wird nun mit dem regionalen Partner der FATF, MONEYVAL, dessen Mitglied es ist, zusammenarbeiten, um sein AML-System weiter zu stärken.“