Malta

Malta Gaming Authority: Das Herz des internationalen Glücksspielsektors! (Bild von mga.org.mt)

Malta hat bei der Gesetzgebung in der Glücksspielindustrie Pionierarbeit geleistet und enormen Weitblick bewiesen. Als erster EU-Mitgliedsstaat hat die Inselgruppe im Jahr 2004 eine umfassende Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht, die sich direkt auf den Sektor der internetbasierten Glücksspiele konzentriert. Dadurch wurde weltweit ein zuverlässiger Rechtsrahmen für Unternehmen der Gaming-Branche etabliert. Mittlerweile haben viele Länder eigene Regulierungsbehörden installiert, deren Glücksspielgesetze sich an der Malta Gaming Authority orientieren. Das gilt auch für viele deutsche Online Spielhallen, die zwar hierzulande eine Lizenz beantragt haben, jedoch gibt es oft eine Niederlassung auf Malta, unter deren Genehmigung Casino Spiele und virtuelle Automatenspiele international vermarktet werden.

Malta über 100 Jahre Regulierungs-Tradition

Die mittlerweile große Akzeptanz im Online-Glücksspielsektor ist in erster Linie dem mutigen Weg der maltesischen Behörden zu verdanken. Vor diesen Entwicklungen blickt Malta auf eine lange Geschichte im Bereich des Glücksspiels zurück. Schon im Jahre 1922 wurde das aus dem benachbarten Italien übernommene Lotteriegeschäft staatlich reguliert. Dennoch hat die Voraussicht des Gesetzgebers in Bezug auf das prognostizierte Wachstum des Marktes für Online Casinos dem Land eine weltweit führende Stellung verliehen.

Infolge der Gründung der MGA in Verbindung mit den entsprechenden gesetzlichen Grundlagen ist die Online-Glücksspielindustrie innerhalb des Landes gewaltig gewachsen. Inzwischen entfallen rund 12 Prozent des gesamten Bruttoinlandsproduktes (BIP) des Landes auf Online-Anbieter. In vielen Regionen der Welt sind Online Casinos längst zum Standard avanciert. Ein Vorreiter ist hierbei Großbritannien, wo schon seit gut zwei Jahrzehnten legal unter regulierten Bedingungen online um Echtgeld gespielt wird. Hierbei werden die Glücksspielgesetze durch die staatliche UKGC vorgegeben, jedoch sind die meisten Online-Glücksspielanbieter ein Ableger von maltesischen Firmen mit MGA Lizenz.

Was ist die MAG überhaupt?

Für die Gaming-Unternehmen in Europa ist Malta das Epizentrum der Glücksspielindustrie und die MGA als die Malta Gaming Authority das maßgebende regulatorische Element. Die im Jahr 2001 gegründete Regulierungsbehörde geht aus der Lottery Gaming Authority (LGA) hervor und ist die maltesische Kontrollinstitution, die einen Großteil der Glücksspielformen in Malta reguliert. Dazu gehören sowohl terrestrische Spielstätten wie Spielbanken sowie die Online Casinos und dazugehörige Dienstleister. Bei den B2C Unternehmen geht also darum, Wettportale, Lottoangebote und Casino Anbieter im Internet, die ein Produkt oder eine Dienstleistung an den Endverbraucher vermitteln, zu regulieren.

Auf der anderen Seite stehen die B2B Geschäfte, bei denen Produkte oder die Dienstleistung für die Glücksspielanbieter bereitgestellt werden. Softwareentwickler wie Greentube, wo Automatenspiele wie Book of Ra herkommen, werden hierüber kontrolliert und lizenziert. Gleiches gilt für Zahlungsanbieter und den Kundenservice der Glücksspielbetreiber. Die Ziele und Funktionen der Malta Gaming Authority sind hierbei in erster Linie historisch begründet. Schlussendlich hat der Pionier der Gaming-Branche immer versucht, Betrug zu verhindern.

Transparente Strukturen und Sicherheit für die Spieler stehen an oberster Stelle, was verantwortungsvolles Glücksspiel und den Ausschluss von Minderjährigen mit einschließt. Dementsprechend gehört dies auch zu den Lizenzauflagen, dass Gelder von Kunden sicher und getrennt von Geschäftskonten geführt werden. Außerdem erfolgt eine permanente Kontrolle, was die Nachweise von zufälligen Abläufen für faire Spielbedingungen betrifft. Zudem gibt es Auflagen für garantierte Auszahlungsquote, die MGA Casinos und Studios gewährleisten müssen. Aufgrund der langen Zeit, die in Malta schon das Glücksspiel reguliert wird, ist klar, dass es einige Unternehmen gibt, die sich auf der Insel im Mittelmeer angesiedelt haben. Dennoch stellt sich die Frage, warum zieht es so viele auf Europas einzigartige Glücksspielinsel?

Steuerparadies und Sicherheitsfaktor

In Verbindung mit einem reibungslosen Lizenzerwerb ist die Besteuerung von Glücksspielunternehmen, die sich für eine Niederlassung auf maltesischem Boden entscheiden, günstig. Mit Steuersätzen von nur 5 Prozent, je nach Art der erworbenen Lizenz können internationale Unternehmen ihre Gewinnspannen im Vergleich zu Ländern wie dem Vereinigten Königreich, wo die Besteuerung für ähnliche Unternehmen bei 21 Prozent liegt, ausweiten. Ein wichtiger Faktor für die Ansiedlung technologieorientierter Unternehmen ist auch die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit des Internets. Malta verfügt über ein starkes Glasfasernetz in städtischen Gebieten und ist eines der wenigen Länder in Europa mit landesweitem 5G-Zugang.

Außerdem hat Malta ein starkes Bildungssystem, und die maltesischen Universitäten statten ihre Absolventen mit den Fähigkeiten aus, die für relevante und gefragte Positionen in der heutigen Welt erforderlich sind. Neben Maltesisch ist Englisch eine der Amtssprachen Maltas, und der Zugang zu kompetenten Mitarbeitern ist ein großer Anreiz für Unternehmen, was Beziehungen mit englischsprachigen Märkten erleichtert. Über den Bereich des Glücksspiels hinaus bietet Malta auch ein gut etabliertes Netzwerk unterstützender Branchen. Anwaltskanzleien, Wirtschaftsprüfer, hervorragende Finanzdienstleistungen und Content-Marketing-Agenturen stehen zur Verfügung, um das Potenzial eines Casino Anbieters zu optimieren.

Auch der Berliner Entwickler Gamomat pflegt Partnerschaften mit Casinos, die unter einer MGA Lizenz agieren. Hinzu kommt der Status als EU-Mitglied, was den Handel mit dem riesigen Markt der Europäischen Union vereinfacht. Die Freizügigkeit der Arbeitnehmer zwischen den Mitgliedstaaten kommt den iGaming-Firmen zugute, die Talente aus dem ganzen Kontinent anwerben können, ohne dass sie mit übermäßiger Bürokratie konfrontiert werden. Das wird noch einmal getoppt mit einer 15-prozentigen Einkommenssteuer-Obergrenze auf das Gehalt.

Videoquelle: mga.org.mt

Ein Zehntel aller Gaming-Unternehmen

Diese boomende Branche bringt dem Land jährlich 700 Millionen Euro an Steuereinnahmen und bietet 9.000 Arbeitsplätze, von denen die überwiegende Mehrheit im Online-Sektor tätig ist. Dabei sind die Einkommen der Beschäftigten im Glücksspielsektor jedes Jahr um durchschnittlich 11 Prozent gestiegen. Auch vom Brexit profitiert die Insel. Durch die Ungewissheit des EU-Austritts haben sich große britische Gaming-Anbieter Firmen angezogen, die ihren Sitz nach Malta verlegt haben, darunter vorrangig Online Casinos, Wettanbieter und Entwicklungsstudios die zuvor in Gibraltar ansässig waren.

Der iGaming-Markt ist sehr dynamisch und wird von zahlreichen Veränderungen und Innovationen geprägt. Blockchain-Technologie, eSports und cloudbasiertes Glücksspiel bieten Chancen für Investoren, bei denen Malta im Mittelpunkt steht. Der vorausschauende Ansatz der maltesischen Online-Glücksspielgesetzgebung war in einem noch nie da gewesenen Ausmaß erfolgreich. Im Jahr 2021 sind nicht ohne Grund etwa 10 Prozent aller Glücksspielunternehmen in Malta registriert. Mit der unternehmerfreundlichen Politik und international anerkannten Lizenzen für das Online-Glücksspiel ist davon auszugehen, dass dies in Zukunft noch weiter zunehmen wird.