Malta Gaming Authority

Mehr Flexibilität bei der Erschließung europäischer Märkte für Malta Gaming Authority (MGA) Casino Lizenznehmer – der Mindest-RTP bei Online-Spielen wird auf bis zu 85 % gesenkt! (Bild von mag.org.mt)

Die MGA – Malta Gaming Authority ist neben der britischen Glücksspielbehörde UKGC, die größte in Europa und genießt in der Branche einen seriösen Ruf. In den letzten Jahren haben Spieler aus Österreich und Deutschland fast ausschließlich in Online-Casinos mit einer Lizenz aus Malta gespielt und dabei von kundenfreundlichen Bedingungen profitiert. Im Zuge der anhaltenden Regulierung einzelner europäischer Staaten haben sich die Anforderungen jedoch vor allem für die Provider verändert. Merkur Casinos sind nun auch deutschlandweit wieder online und mit dem Inkrafttreten der neuen Glücksspielgesetze steht eine Besteuerung von Spieleinsätzen an, was sich wohl bei den meisten Slots auf die Auszahlungsquote, sprich den RTP-Wert auswirken wird.

RTPs im Sturzflug durch Glücksspielsteuern?

Die Vernetzung der Online-Spielautomaten erschwert es durch etwaige prozentuale Abweichungen bei den Bruttospielerträgen beispielsweise durch Steuern einen gemeinsamen Nenner zu finden, die Slots grenzüberschreitend anzubieten. In diesem Kontext hat die Malta Gaming Authority ihre Leitsätze angepasst und den bestehenden Return to Player Prozentsatz (RTP) bei Online-Slots nach einer Änderung des Artikels 22 der Spielerschutzrichtlinie auf 85 Prozent zum 28. Mai gesenkt.

Veröffentlicht im „Policy Paper on Amending the Return to Player Minimum Percentage“, erklärt die Regulierungsbehörde diese Maßnahme auf Grundlage der teilweise gravierenden Änderungen auf dem Gaming-Markt. Nach einer umfassenden länderübergreifenden Analyse und den Erfahrungen von verschiedenen Online Casinos mit MGA-Lizenzen wurde eine flexiblere RTP Bandbreite abgesegnet und in den Lizenzverträgen verankert.

In der Folge wurde der Artikel 22 zur RTP-Richtlinie nun wie folgt angepasst: „Ein B2C-Lizenznehmer, der Online-Spiele anbietet, die eine wiederholte generierte Zufallsauswahl für die Ermittlung von Gewinnkombinationen an Spieler verwenden, muss im Durchschnitt einen Gewinn in Höhe von fünfundachtzig Prozent (85 Prozent) oder mehr des eingesetzten Geldes oder Geldwerts oder einen höheren Prozentsatz, der durch eine Bedingung der Lizenz festgelegt werden kann, auszahlen.“

Malta Gaming Authority reagiert auf Marktveränderungen

Die Erklärung der MAG folgt wie bereits erwähnt auf eine eingehende Befragung, in der die Machbarkeit einer Senkung des RTP-Prozentsatzes auf 85 Prozent untersucht wurde, was weitestgehend dem landbasierten Äquivalent entspricht. Wobei es im terrestrischen Bereich voranging in großen Spielbanken Ausschüttungsraten von 70-85 Prozent gibt, in kleineren Spielotheken und an Geldspielgeräten der Gastronomie sind die Quoten deutlich geringer. Im Rahmen der Untersuchung wurde entsprechend eine Reihe von Interessenvertretern der Branche befragt, insbesondere die Betreiber von Aggregator-Plattformen, die als Lieferant der Glücksspielanbieter dienen sowie auch die Casino-Betreiber.

Dem Bericht der Malta Gaming Authority zufolge befürworten alle Befragten MGA-lizenzierten Unternehmen das Vorhaben, den RTP- Spielraum zu erweitern. Weiterführend erklärten diese, dass unterschiedliche Auszahlungsquoten für verschiedene RNG Casino Spiele und Länder angewandt würden, um ein optimales Spielerlebnis für die Kunden zu gewährleisten und so den Betreibern zu ermöglichen, ihr Geschäft profitabel zu betreiben. Es geht also auch darum, dass ein Casino online bei weniger Konkurrenz die Marge verbessern und gleichzeitig situationsabhängig spielerfreundlichere Ausschüttungsraten einsetzen kann.

Ergänzend hierzu ist anzumerken, dass nur in Einzelfällen ein RTP von bis zu 85 Prozent erforderlich ist. In den meisten Fällen wird die Quote über dem vorgeschlagenen Schwellenwert liegen, da die Marktbedingungen die Branche dazu veranlassen würden, einen angemessenen RTP-Standard beizubehalten. Jedoch kann es durch Glücksspielsteuern jederzeit zu Veränderungen kommen, die eine Anpassung nach unten erfordern, um wirtschaftlich arbeiten zu können.

Wie hoch sollte der optimale Return to Player sein?

Dies ist eine heiß diskutierte Frage in der deutschen Glücksspielindustrie nach den Änderungen der Umsatzbesteuerung, die ab dem 1. Juli 2021 in Kraft treten sollen. Während mehrere Zahlen und viele Theorien vorgebracht wurden, ist eins klar, Legalisierung geht in Deutschland nur über das Finanzamt und hier werden die Verbraucher zur Kasse gebeten. Bundesweit steht nun eine 5,3 % Umsatzsteuer an, die auf den Einsatz fällig wird und somit auch beim RTP zu berücksichtigen ist. Somit wird die Gewinnschwelle erst ab einem RTP von 94,7 Prozent erreicht und Betreiber fahren keine Verluste ein. Damit würden Spielautomaten mit dem höchsten RTP der Vergangenheit angehören.

Allerdings sind auch Nebenkosten wie Personal, Werbung und Entwicklung zu berücksichtigen. Spielautomaten, die am besten auszahlen, werden also dadurch eine neue Reihenfolge bekommen. Deutschland ist nur ein Beispiel im europäischen Vergleich. Aus diesem Grund hat die MGA im Zuge der Analyse ihre neue Richtlinie im Vergleich zu anderen regulierten europäischen Märkten, darunter Dänemark, Spanien, Großbritannien, Schweden, Gibraltar und Italien neu bewertet. Hierbei wurde deutlich, dass alle regulierten europäischen Märkte keine RTP-Richtlinien in Bezug auf technische Standards für den Betrieb von Spielautomaten und Pokerspielen vorgeben.

Allerdings werden zunehmend mehr Steuern durch die Behörden erhoben, die Provider in der Programmierung und Casinos im Blick behalten müssen. In der Zwischenzeit reagierten die Interessenvertreter darauf, dass die Betreiber die Möglichkeit haben sollten, den RTP innerhalb vorgeschriebener Bereiche selbst festzulegen. Somit können die Unternehmen angesichts der verschiedenen Änderungen bei nationalen Steuervorschriften und der steigenden Compliance-Kosten profitabel bleiben.