Deutsche Glücksspielgesetzgebung: Eine erfolgreiche Offensive für den Spielerschutz?

Schafft es die deutsche Glücksspielgesetzgebung das Illegale Glücksspiel erfolgreich einzudämmen? (Bildquelle: DavidRockDesign auf Pixabay)

Als der deutsche Glücksspielstaatsvertrag im Juli 2021 in Kraft trat, bildete das neue Regelwerk sofort das Herzstück für Legalisierung des Sektors und somit den Eckpfeiler der staatlichen Anstrengungen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem angestrebten Ausbau einer legalen Online-Glücksspielindustrie und der Verantwortung für ein sicheres Spielumfeld herzustellen. Heute, zwei Jahre später, versucht die Branche immer noch, das perfekte Gleichgewicht zu finden. Oft steht der Regulierungsansatz mit vielen richtigen Ansätzen einem attraktiven Spielangebot im Weg, was es schwer macht, die Illegalität nachhaltig zu bekämpfen. Oft ist die Spielfreude in einem geschützten und vertrauenswürdigen Umfeld nicht mit Online Casino Erfahrungen im nicht zugelassenen Bereich zu vergleichen.

Deutsche Glücksspielgesetzgebung – illegale Spielangebote in Schach halten

Eine wesentliche Zielsetzung des Glücksspielstaatsvertrags war es, die Spieler vor möglichen Folgen des Glücksspiels zu bewahren. In diesem Zusammenhang wurden mit dem neuen Glücksspielgesetz auch strenge Regelungen getroffen, darunter obligatorische Identitätsprüfungen im Rahmen einer Online Casino Verifizierung und eine relativ niedrige Einzahlungsgrenze von nur 1.000 Euro pro Monat. Mittlerweile konnten einzelne legale Spielotheken online die Obergrenze für Einzahlungen im Rahmen einer Erlaubnisprüfung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) erhöhen. In diesem Kontext können Kunden über den Glücksspielanbieter eine höhere monatliche Schwelle von bis zu 10.000 Euro beantragen, jedoch erfolgt hierzu eine Bonitätsprüfung, sodass niemand über seinen Verhältnissen Online Slots mit Echtgeld online spielen kann.

Weiter verbietet der Gesetzgeber die Werbung für Glücksspielprodukte zu bestimmten Tageszeiten. Dabei sieht die deutsche Glücksspielgesetzgebung vor, dass ausschließlich von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens vorab erlaubte Glückspielwerbung über TV, Radio oder im Internet publiziert werden darf. Mit dem Gesetz beabsichtigte die deutsche Regierung auch, das illegale Glücksspiel einzudämmen, nachdem der Markt vor 2021 von Online Casinos überschwemmt worden war, die von nicht lizenzierten Betreibern betrieben wurden. Die deutsche Glücksspielgesetzgebung sieht eine Reihe von strengen Auflagen und Genehmigungen vor und scheint in dieser Hinsicht erfolgreich gewesen zu sein. Aktuellen Umfragen zufolge ist das illegale Glücksspiel in Deutschland um 65 Prozent zurückgegangen.

Von den Kritikern des Glücksspielstaatsvertrags ist zu hören, dass der deutsche Glücksspielmarkt durch die strenge Gesetzgebung im Vergleich zu anderen Ländern eine zu geringe Auswahl an Produkten aufweist. Vielmehr bietet der neue Glücksspielmarkt in Deutschland nur ein begrenztes Angebot an Sportwetten und Casinospielen. Diese Beschränkung ist jedoch von der Gesetzgebung gewollt, um verantwortungsvolles Glücksspiel zu fördern.

Oberstes Ziel des Glücksspielstaatsvertrags ist nach wie vor die Prävention von Spielsucht und Missbrauch, und deshalb legt der Gesetzgeber mehr Wert auf ein sicheres und kontrolliertes Glücksspielangebot als auf eine große Vielfalt an Spielmöglichkeiten.

Die strikte Umsetzung der Werbevorschriften

Umstritten bleiben in der deutschen Glücksspielindustrie auch die strengen Werbevorschriften. Die Gesetzgebung versucht, nicht spielende Menschen vor dem Kontakt mit Glücksspielinhalten zu schützen und andererseits den Spielern die Möglichkeit zu geben, eine gut überlegte Wahl zu treffen. Jedoch haben Märkte wie das Vereinigte Königreich und Dänemark bereits demonstriert, dass eine stärkere Vermarktung nicht automatisch zu mehr Glücksspielern führt. Den Unterschied macht vielmehr das Angebot an Werbung aus. Konzentriert sich die Glücksspielwerbung auf die legalen Spielangebote und den Spielerschutz, fördert diese Werbung die bewusste Entscheidungsfindung der Glücksspieler.

So wie es aussieht, hat die deutsche Glücksspielgesetzgebung insgesamt die gesteckten Ziele aus dem Jahr 2021 erreicht. Das illegale Glücksspiel wurde deutlich reduziert, alle Spieler sind ausreichend geschützt und verantwortungsvolles Spielen wird gefördert. Die Produktvielfalt auf diesem Markt ist zwar begrenzt, doch hat der Gesetzgeber diesen Nachteil als notwendigen Kompromiss zum Schutz der Spieler in Kauf genommen. Jedoch wird über die strenge Einhaltung der deutschen Werberegelungen in der Online-Glückspielbranche kontrovers diskutiert.

Gerade aus der Branche ist vielmals zu hören, dass die Werbung ein probates Mittel ist, um deutsche Spieler auf legale Online Casinos Deutschland aufmerksam zu machen. Sonst würden diese oftmals auf Casino Webseiten ohne gültige Glücksspiellizenz landen. Diese Restriktionen beabsichtigen jedoch eine Balance zwischen dem Ziel, Nicht-Glücksspieler vor übermäßiger Einwirkung von Glücksspielinhalten zu schützen und sicherzustellen, dass bestehende Glücksspieler eine informierte Wahl treffen.

Glücksspielbehörde GGL plant Studie zur Glücksspielwerbung

Um die Spielerschutzbestimmungen im regulierten Rahmen nicht zu gefährden, sind im Glücksspielvertrag Regelungen vorgesehen, welche die Werbemöglichkeiten stark einschränken. Hierzu hat die GGL neue Glücksspielstudien in Auftrag gegeben.

Die deutsche Glücksspielgesetzgebung zu revolutionieren war der richtige Weg, um die überall zu beobachtende Zunahme des ausufernden illegalen Spiels auf Dauer in legale Bahnen zu lenken.