
Paul Gauselmann ist tot: Merkur-Gründer und Glücksspiel-Unternehmer stirbt im Alter von 91 Jahren (Bild von merkur-group)
Die deutsche Glücksspielbranche verliert eine ihrer prägendsten Unternehmerpersönlichkeiten: Paul Gauselmann, Gründer der heutigen Merkur Group, ist am 21. August 2026 im Alter von 91 Jahren verstorben. Nur wenige Tage später hätte der Unternehmer seinen 92. Geburtstag gefeiert. Über Jahrzehnte hinweg prägte Gauselmann die deutsche Automatenwirtschaft wie kaum ein anderer und entwickelte aus kleinen Anfängen einen international tätigen Glücksspielkonzern. Sein Name bleibt eng mit der Merkur Sonne und der Entwicklung des gewerblichen Automatenspiels in Deutschland verbunden.
Vom Automatenaufsteller zum Gründer der Merkur Group
Die Merkur Group bestätigte den Tod ihres Gründers am Freitag dem 21. August 2026 in einem Nachruf auf Paul Gauselmann „DER SPIELEMACHER“. Deutschlands Automatenkönig hinterlässt seine Ehefrau Karin, vier Söhne, neun Enkel und sieben Urenkel.
Seine unternehmerische Geschichte begann 1957, als er neben seiner damaligen beruflichen Tätigkeit mit dem Aufstellen von Musikautomaten startete. Daraus entwickelte sich über die folgenden Jahrzehnte eine Unternehmensgruppe mit heute rund 15 000 Beschäftigten.
1974 eröffnete Gauselmann seine erste eigene Spielothek in Delmenhorst. Drei Jahre später kam mit dem Merkur B das erste selbst entwickelte Geldspielgerät auf den Markt. Die lachende Merkur Sonne entwickelte sich anschließend zu einem der bekanntesten Markenzeichen der deutschen Glücksspielbranche.
Die Marke Merkur wuchs mit der Zeit weit über das klassische Automatenspiel hinaus. Auch Merkur Casino wurde zu einem festen Bestandteil der Glücksspielwelt des Unternehmens und trägt die bekannte Merkur Sonne bis heute als zentrales Markenzeichen.
Unternehmer mit ausgeprägter Nähe zum Automatenspiel
Paul Gauselmann verstand sich dabei nie ausschließlich als Konzernchef. Er beschäftigte sich selbst intensiv mit Spielen, Technik und Produktentwicklung und blieb auch im hohen Alter eng mit dem Unternehmen und seinen Gauselmann Automaten verbunden.
Einen seltenen persönlichen Einblick gab der damals 89-Jährige 2024 im WDR. Spinsfactory berichtete ausführlich über das Interview mit Paul Gauselmann in „Wer kann das bezahlen?“, in dem er über seine unternehmerischen Anfänge, Spielautomaten, den Umgang mit Geld und auch über problematisches Glücksspiel sprach.
Neben seinem eigenen Unternehmen beeinflusste Gauselmann über Jahrzehnte auch die Interessenvertretung der Automatenwirtschaft. 28 Jahre stand er dem Verband der Deutschen Automatenindustrie vor. Für sein unternehmerisches und gesellschaftliches Engagement erhielt er unter anderem das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie die Ehrenbürgerwürde der Städte Espelkamp und Lübbecke.
Aus der Gauselmann Gruppe wurde die Merkur Group
Noch zu Lebzeiten leitete Gauselmann wichtige Schritte ein, um sein Unternehmen langfristig über die Gründerpersönlichkeit hinaus abzusichern. Bereits 2016 wurden die Familienanteile in die Gauselmann-Familienstiftung übertragen.
Auch der traditionsreiche Firmenname veränderte sich. Anfang 2024 wurde aus der Gauselmann Gruppe offiziell die Merkur Group. Damit rückte die über Jahrzehnte aufgebaute internationale Marke Merkur noch stärker in den Mittelpunkt. Spinsfactory berichtete über den Wechsel und das letzte Geschäftsjahr unter dem alten Firmennamen.
Der Name Gauselmann verschwand damit zwar aus der neuen Konzernbezeichnung Merkur Group, sein Einfluss auf das Unternehmen blieb jedoch erhalten.

(Bilder © Merkur Group)
Im Herbst 2024 zog sich Paul Gauselmann nach 67 Jahren an der Spitze offiziell aus der Unternehmensführung zurück. Selbst danach blieb er seinem Lebenswerk verbunden und kam nach Angaben der Merkur Group weiterhin regelmäßig in die Unternehmenszentrale.
Generationswechsel bei der Merkur Group
Paul Gauselmann hatte seine Nachfolge bereits lange vor seinem Tod geregelt. Zum 1. Oktober 2024 übernahm sein Sohn Michael Gauselmann den Vorsitz der Gauselmann-Familienstiftung. Die operative Führung als Vorstandssprecher ging an den langjährigen Finanzvorstand Lars Felderhoff. Damit stellte der Gründer frühzeitig die Weichen dafür, dass die Merkur Group auch nach seinem Rückzug als Unternehmen mit familiären Wurzeln fortbesteht.
Paul Gauselmann hat die deutsche Glücksspiel- und Automatenbranche über mehr als sechs Jahrzehnte geprägt – als Entwickler, Unternehmer, Interessenvertreter und nicht zuletzt als Gesicht eines der bekanntesten Glücksspielunternehmen Deutschlands. Mit seinem Tod endet eine außergewöhnlich lange Unternehmerära. Die Merkur Sonne und die von ihm geschaffene Unternehmensgruppe werden jedoch weit über seine Lebenszeit hinaus mit seinem Namen verbunden bleiben.















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