Online-Glücksspiel in Deutschland: Fokus auf Evaluierung

Online-Glücksspiel: Überregulierte Rahmenbedingungen für lizenzierte Online Casinos Deutschland bei Evaluierung auf dem Prüfstand! (Bildquelle: eventbrite.de)

Das jährlich stattfindende „Regulatory Breakfast“ der Kanzlei Melchers in Zusammenarbeit mit dem Dachverband der virtuellen Glücksspielindustrie – der Deutsche Online Casinoverband (DOCV) – brachte viele brisante Themen zur Sprache. Die renommierte Interessenvertretung der Online Casinos Deutschland sowie die Partner-Kanzlei informierten zusammen über aktuelle Herausforderungen der Online-Glücksspielindustrie im Jahr 2024. Im Mittelpunkt des Online-Events standen am 30. Januar die kommende Evaluierung des Staatsvertrags zum Glücksspielwesen sowie der Erfahrungsaustausch der Branche mit Vertretern der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Zündstoff gibt es genug, denn nicht gerade wenige Branchenmitglieder wünschen sich, es fände ein echter Dialog mit der Aufsichtsbehörde statt, um aktuelle Trends besprechen zu können.

Online-Glücksspiel und die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags

Durch die oft kritisierte Überregulierung kann das enorm große Marktpotenzial beim Online-Glücksspiel in Deutschland nicht annähernd ausgeschöpft werden. Die Branche der Online-Casinos mit deutscher Lizenz verfügt über erhebliches Entwicklungspotenzial, hebt der Interessenverband DOCV hervor. Deutschland hat eine starke Volkswirtschaft und aufgrund von einer hohen Dichte an Automatenspielhallen, die seit den 70er-Jahren vielerorts das Stadtbild prägen, eine starke Nachfrage an Glücksspielautomaten geschaffen. Im Internet ist diese ebenso vorhanden und in Bezug auf die noch junge Liberalisierung dieses Sektors von massiver Expansionskraft geprägt.

Ausschöpfen können die Marktteilnehmer ihr Talent jedoch nicht wie in anderen Ländern. Nicht ohne Grund haben Märkte wie Großbritannien, Italien oder Spanien deutlich höhere Einnahmen mit Online Casinos vorzuweisen. Ein wesentlicher Grund hierfür sind attraktivere Spielangebote. Wer in Online Casinos Deutschland heute nicht bekommt, was er sucht, der spielt oft grenzüberschreitend und somit bei unerlaubten Anbietern. Das berge großes Risiko, denn Spielerschutz gibt es hier nicht in der ausgeprägten Form und dem Staat entgehen in nicht unerheblichen Umfang Steuereinnahmen.

Großes Potenzial ausschöpfen

Legal uns sicher im Casino online spielen muss in ausgewogener Weise auch attraktiv sein. Sonst haben die Industrievertreter die Befürchtung, dass der aktuelle Trend hin zum Schwarzmarkt weitergeht und das legale Glücksspiel online weiterhin an Boden verliert. Fakt ist: Das unverkennbar große Wachstumspotenzial beim Online-Glücksspiel in Deutschland muss nur durch die richtigen Maßnahmen abgerufen werden. Derzeit ist das jedoch nicht möglich, denn die Regeln lassen den Betreibern kaum Spielraum, um gegen Schwarzmarktanbieter bestehen zu können.

Da nützen auch raffinierte Merkur Multi Spiele nicht viel. Auch wenn diese punktuell lästigen Regeln wie 5-Sekunden-Drehpausen und langsame Spins entschärfen. Wenn selbst die Entwickler der allseits beliebten Merkur Spiele tricksen müssen, um nervige Vorgaben vom Gesetzgeber auszuhebeln, dann gibt es wohl Anlass, über Gesetzesanpassungen im Rahmen der für 2026 bevorstehen Glücksspielstaatsvertrag Evaluierung nachzudenken. Schließlich ist in diesem Kontext eine Eindämmung der Illegalität vorgeschrieben.

Derzeitige Glücksspielnachrichten und Studien berichten immerzu davon, dass etwa die Hälfte der Spielzeit im illegalen Raum stattfindet. Dies widerspricht allen Zielen des Glücksspielstaatsgesetzes. Und zur Evaluierung schreibt beispielsweise das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz: „Der Glücksspielstaatsvertrag schreibt vor, die Entwicklung der Ausbreitung von unerlaubten Glücksspielen in Schwarzmärkten zu evaluieren.“ Als Basis diesen hierfür die Jahresreports der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder.

Österreich & Deutschland: Dachverbände diskutieren in London

Den Abschluss bildet am 7. Februar auf der Messe ICE 2024 ein gemeinsamer Austausch des DOCV, des Deutschen Sportwettenverbands (DSWV) und der Österreichischen Vereinigung für Wetten und Glücksspiel (OVWG).

Einflussfaktoren auf die Ausprägung des illegalen Spiels

Allein die Sichtung der ersten zwei vollen Steuerjahre Online-Poker, Sportwetten und virtuelle Automatenspiele macht deutlich, dass legales Online-Glücksspiel in Deutschland auf dem absteigenden Ast ist. Von 2022 auf 2023 ist allein der Bruttospielertrag der Online-Spielautomatenangebote um mehr als 3 Milliarden Euro zurückgegangen. Ursachen für diese Entwicklung liegen in der bestehenden Gesetzgebung, welche lizenzierte Online Casinos in Deutschland in hohem Maße limitiert. Hinzu kommt der wachsende illegale Schwarzmarkt. Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass in Deutschland ein beträchtlicher Prozentsatz des Online-Glücksspiels auf dem nicht regulierten, rechtswidrigen Markt abgewickelt wird.

Für die Teilnehmer des „Regulatory Breakfast“ Seminars war das ein grundlegendes Thema, welches vor allem auch den Dialog zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr begleitet hat. Auch wenn einzelne Vertreter der Branche noch optimistisch bleiben und beispielsweise darauf verweisen, dass weitere Betreiber noch an den Start gehen müssen und einige über eine differenzierte Nutzerbasis verfügen. Haben diese Kunden seit über zwei Jahren pausiert und warten nur darauf, dass ihr Lieblingscasino mit Deutschland-Lizenz online geht? Hier muss man vorsichtig optimistisch bleiben, denn am Ende kann die Rechtslage auch noch strikter werden und Grauzonen wie die eingangs erwähnten Multi-Spiele von Merkur aus dem Rennen nehmen.