Online Spielautomaten Glücksspielsteuern Halbjahr 2023

Glücksspielsteuer Deutschland: Das Steueraufkommen ist leicht rückläufig, wobei vor allem die virtuelle Automatensteuer 2023 rückläufig ist! (Bildquelle: Ibrahim Boran auf Unsplash)

Beim Glücksspiel steckt Deutschland in einer steuerlichen Abwärtsspirale. Im Vergleich der beiden ersten Jahresperioden 2022 und 2023 ist ein Rückgang von etwa 5,5 Prozent verzeichnen. Insgesamt weist die Rennwett- und Lotteriesteuer, worunter alle Glücksspielsteuern zusammengefasst sind, Einnahmen von 1,287 Milliarden Euro aus. Und damit fallen die Steuereinnahmen in diesem Sektor im Jahresvergleich auf 1,362 Milliarden Euro. Die Bundesländer kassierten im selben Zeitraum dieses Jahr rund 614,6 Millionen Euro an Glücksspielsteuer, während es im letzten Jahr zwischen Januar und Juli noch etwas mehr als 661 Millionen Euro waren. Die Steuereinnahmen sind somit mit ungefähr 7 Prozent noch ein Stück weit stärker zurückgegangen als auf Bundesebene. Nachfolgend blicken wir ein wenig in die Verteilung nach Glücksspielart, um die Entwicklung nach Sektoren bewerten zu können.

Glücksspielsteuer 1. Halbjahr 2023: virtuelle Automatensteuer fällt im Jahresvergleich

Die seit Juli 2021 mit dem Glücksspielvertrag implementierte Steuer auf virtuelle Automatenspiele weist nach einem guten Start seit einigen Monaten einen erheblichen Rückgang auf. Allein der Vergleich von Januar bis Juni 2023 mit dem Vorjahr, also das erste jeweilige erste Halbjahr, zeigt, dass die Einnahmen in den Finanzkassen um etwa 106 Millionen gefallen sind. Die virtuelle Automatensteuer brachte es in diesen sechs Monaten auf 148,64 Millionen Euro, während es im Jahr 2022 noch 255,46 Millionen Euro waren. Damit haben die Spielautomaten Steuern legaler Online Casinos Deutschland in den beiden Halbjahren einen Rückgang von knapp 42 Prozent zu verzeichnen.

Dabei gab es teilweise signifikant abfällige Monate in dieser Abrechnungsperiode. Beispielsweise gingen die steuerlichen Einnahmen auf Einsätze an den zugelassenen Online Casino Echtgeld Slots allein im April um 60 Prozent zurück. Das ist schon ein alarmierendes Zeichen dafür, dass die Kanalisierungsrate nicht unbedingt den Vorstellungen der Gesetzgebung entspricht. Auch wenn einzelne Monate keine maßgebenden Zahlen liefern, die Entwicklung seit 2021 sieht letztlich nicht besser aus. Zwar kommt es bei der Zahlung vereinzelt zu Verschiebungen, sodass ein Monat eine höhere Spielautomatensteuer ausweist als andere überblicken wir jedoch die ersten 24 Monate legales Online-Glücksspiel in Deutschland, dann ist die Abwärtsspirale unverkennbar.

Das Steueraufkommen aus Online-Spielautomaten sank um rund 12 Prozent auf 68,5 Millionen Euro gegenüber dem 1. Quartal 2023 (80,1 Millionen Euro) und war das niedrigste Quartalsergebnis seit Einführung der Einsatzsteuer auf Online Slots in Deutschland.

Zocken die Deutschen weniger?

Im Schnitt haben die bewährten Steuerquellen der Glücksspielsteuer allesamt geliefert. Es gibt kaum nennenswerte Gewinne oder Verluste zu vermelden. Den größten Anteil lieferte wie gewohnt die Lotteriesteuer im zweiten Jahresquartal. Diese stieg um 1 Prozent auf 427,5 Millionen Euro und machte 70 Prozent der vierteljährlichen Glücksspielsteuereinnahmen aus. Auch die Totalisatorsteuer sowie andere Rennwettsteuern sind gestiegen. Die anderen wichtigen Glücksspielsektoren in Deutschland verzeichneten im zweiten Quartal 2023 jedoch Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr.
So hat unter anderem die Einsatzsteuer auf Sportwetten, die wie im deutschen Casino online in Höhe von 5,3 Prozent für jeden Einsatz berechnet wird, rund 4 Prozent an Rückgang zu verzeichnen.

In Zahlen bedeutet das, dass 2022 im 2. Quartal 113,995 Millionen Euro eingenommen wurden und im Folgejahr 109,726 Millionen Euro. Wie schon eingangs dargestellt hat auch die Online-Automatensteuer um 12 Prozent angegeben. Vergleichen wir die letzten Jahre, dann hat die Rennwett- und Lotteriesteuer deutlich zulegen können. Das zweite Quartal 2020 brachte zusammenfassend 425,118 Millionen Euro ein und ist gegenüber dem letzten Jahr vor der Corona-Pandemie um 15,4 Prozent gestiegen.

Da gab es noch keine Spielautomaten Steuer, jedoch wurde eine Sportwettsteuer in Höhe von Prozent erhoben. Diese erzielte ein Steueraufkommen in Höhe von 115,334 Millionen Euro im 2. Quartal 2020. Blicken wir auf die aktuelle Abrechnung, hat diese Steuer trotz mehr zugelassener Wettanbieter mit deutscher Lizenz und einer minimalen Steuererhöhung das Aufkommen rund 5 Prozentpunkte verloren. Dabei war der Sportwettmarkt im zweiten Quartal 2020 praktisch im Krisenmodus aufgrund der Pandemie. Daher wird mutmaßlich derzeit ein nicht unerheblicher Anteil an Online-Wetten am Schwarzmarkt platziert oder wir können davon ausgehen, dass Deutschland weniger wettet als zuvor.

Glücksspielsteuern Januar bis Juni 2022/2023 im Vergleich

Steuerart Januar bis Juni 2022 Januar bis Juni 2023
Rennwett- und Lotteriesteuer 1,362 Mrd € 1,287 Mrd €
Sportwettensteuer 229,546 Mio € 221,318 Mio €
Lotteriesteuer 858,305 Mio € 891,323 Mio €
Online-Automatensteuer 255,460 Mio € 148,644 Mio €

Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr als 100 neue Online Casinos mit deutscher Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Dennoch war der Anteil der Glücksspielsteuer aus den digitalen Spielautomaten höher als die Casino Anbieter noch ohne gültige Glücksspiellizenz in der Übergangsphase zum regulierten Markt Einsatzsteuern angeführt haben.

Den vollständigen 1. Halbjahresbericht 2023 sowie die Steuereinnahmen von Bund und Ländern im 2. Quartal können Sie auf der Webseite des Bundesministeriums der Finanzen herunterladen.

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