Prävention mit Substanz: Glücksspielbranche trägt Verantwortung

DLTB und Automatenwirtschaft sichern zentrale Präventionsangebote zur Spielsucht – Finanzierung des BIÖG bis 2028 gewährleistet! (Bild von geralt auf Pixabay)

Die Finanzierung von Spielsuchtprävention ist kein Randthema, sondern ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden Glücksspielmarktes. Genau hier setzen der Deutsche Lotto- und Totoblock (DLTB) und die Automatenwirtschaft an: Beide Schultern gemeinsam den größten Teil der Kosten für die bundesweiten Präventions- und Beratungsangebote des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Mit einer neuen Kooperationsvereinbarung ist die Fortführung dieser Angebote nun bis Ende 2028 abgesichert.

Zwei Säulen, ein Ziel – Prävention bei Spielsucht

Konkret übernehmen der DLTB und die Automaten-Wirtschaftsverbände-Info GmbH jeweils rund ein Drittel der Gesamtkosten. Zusammen decken sie damit etwa zwei Drittel der Finanzierung des BIÖG-Präventionsangebots ab. Das verbleibende Drittel wird von fünf weiteren Glücksspielverbänden getragen – ein Schulterschluss, der zeigt, dass Prävention zunehmend als gemeinsame Marktaufgabe verstanden wird.

Beteiligt sind neben den staatlichen Lotterien unter anderem Vertreter der privaten Spielbanken, der Sportwettenbranche sowie des Online-Sektors. Gerade vor dem Hintergrund eines sich weiter öffnenden Marktes – etwa durch Online Casinos mit deutscher Lizenz mit entsprechendem Whitelist GGL Eintrag – gewinnt eine stabile und breit getragene Präventionsstruktur zusätzlich an Bedeutung.

Langfristiges Engagement statt Symbolpolitik

Neu ist dieses Engagement allerdings nicht. Die Landeslotteriegesellschaften finanzieren die Arbeit des BIÖG bereits seit mehr als einem Jahrzehnt. Der aktuelle Vertrag führt diese Linie konsequent fort – und erweitert sie zugleich. Seit 2022 beteiligen sich zunehmend auch weitere Glücksspielanbieter finanziell an den Präventionsmaßnahmen.

Aus Sicht der verantwortlichen Akteure ist das ein wichtiger Schritt. Denn Prävention funktioniert nicht punktuell, sondern nur dauerhaft. Planungssicherheit ist dabei entscheidend – sowohl für Beratungsstellen als auch für Betroffene. Die auf drei Jahre angelegte Vereinbarung bis Ende 2028 schafft genau diese Stabilität. Die Bedeutung dieser Absicherung wird besonders deutlich im Kontext des Glücksspielstaatsvertrages 2021 und seiner anstehenden Evaluierung im Jahr 2026.

Der Markt befindet sich im Umbruch: Liberalisierung, technische Weiterentwicklung und neue digitale Angebote verändern das Spielverhalten ebenso wie die Anforderungen an den Spielerschutz. Umso wichtiger ist es, dass präventive Maßnahmen nicht hinterherlaufen, sondern parallel mitwachsen. Das BIÖG-Angebot wird von den Beteiligten daher ausdrücklich als notwendiger Gegenpol zu Marktöffnung und Angebotsvielfalt verstanden.

Deutsche Glücksspielbehörde: Besonders hohe Suchtgefahr für Jugendliche!

(Bild von gluecksspiel-behoerde.de)

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) warnt: Vor allem Jugendliche seien durch illegales Online-Glücksspiel einem besonders hohen Risiko für Spielsucht ausgesetzt.

Bundesweite Aufgabe mit Drittfinanzierung

Herzstück der Zusammenarbeit ist ein bundesweit kostenfreies und unabhängiges Beratungsangebot. Dazu zählt insbesondere die telefonische Glücksspielsuchtberatung unter der bekannten Rufnummer 0800 137 27 00, die anonym genutzt werden kann. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine umfangreiche Online-Plattform, die Informationen, Selbsttests und interaktive Hilfestellungen bereitstellt.

Unter der Adresse check-dein-spiel.de finden Interessierte Wissenstests, praxisnahe Tipps und zielgruppenspezifische Aufklärungsangebote – von Jugendlichen bis hin zu Angehörigen. Ziel ist es, Risiken frühzeitig sichtbar zu machen und Hilfe niedrigschwellig zugänglich zu halten.

Als Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit übernimmt das BIÖG zahlreiche Aufgaben in Prävention und Gesundheitsförderung. Im Bereich der Glücksspielsucht wird das Beratungsangebot jedoch seit über zehn Jahren vollständig über Drittmittel finanziert. Umso relevanter ist die aktuelle Vereinbarung, die diese Finanzierung erneut auf ein breites Fundament stellt.

Verantwortung als Wettbewerbsfaktor

Die klare Botschaft hinter der Kooperation lautet: Spielerschutz ist kein freiwilliger Bonus, sondern Teil einer verantwortungsvollen Marktstruktur. Gleichzeitig wächst die Erwartung, dass sich künftig alle Marktteilnehmer verursachungsgerecht an der Finanzierung beteiligen – unabhängig davon, ob sie stationär oder digital agieren.

Gerade in einem Umfeld, in dem legale Angebote stärker sichtbar werden sollen und sich von illegalen Märkten abgrenzen müssen, wird Prävention zunehmend zum Qualitätsmerkmal. Nicht als Einschränkung, sondern als Voraussetzung für Vertrauen, Akzeptanz und langfristige Marktstabilität.

Mit der neuen Vereinbarung setzen DLTB, Automatenwirtschaft und weitere Verbände ein deutliches Zeichen. Sie sichern nicht nur bestehende Beratungsangebote, sondern unterstreichen, dass nachhaltiger Spielerschutz nur gemeinsam funktioniert. Für den Markt ist das mehr als eine Formalie – es ist ein stiller, aber wichtiger Schritt hin zu mehr Verantwortung und Struktur.

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