Klarna Sofort

Klarna Sofort setzt auf Monzo und TrueLayer Pilotprojekt, um Kunden Zahlungssperren für Online-Glücksspielanbieter zu ermöglichen! (Bild von Tumisu auf Pixababy)

Ein Modell für Deutschland? Die Klarna Sofort Tochtergesellschaft hat eine Sperroption eingeführt, welche durch die Online-Bank Monzo und IT-Unternehmen TrueLayer entwickelt wurde. Im Rahmen eines Pilotprojekts hat Monzo bereits 2018 angefangen, im eigenen Kundenkreis Sperren umzusetzen, wobei in Zusammenarbeit mit dem Tech-Unternehmen jetzt Sperren im Bereich Open Banking und Kartenzahlungen mit Glücksspielbetreibern anbieterübergreifen möglich sind. Kunden haben die Möglichkeit, diese Sperre in Eigenregie zu beanspruchen, um Zahlungen in Verbindung mit Anbietern von Online-Glücksspielen zu kontrollieren. Der Start ist zunächst in Großbritannien vorgesehen, wo jüngste Entscheidungen der renommierten Regulierungsbehörde UKGC dafür gesorgt haben, dass Veranstalter von Spielformen mit Gewinnmöglichkeit in Verbindung mit Echtgeld mehr Sorgfalt walten lassen müssen. Es geht hierbei darum, Spielgewohnheiten, die über den finanziellen Verhältnissen der Kunden liegen und um Geldwäsche. Der Spielerschutz hat natürlich Vorrang und diesbezüglich will Klarna Sofort mit neuen Sperrmöglichkeiten ausstatten, um dem Kunden mehr Kontrolle über sein Guthaben zu geben.

Überweisungen mit Klarna Sofort selbst sperren

Die Funktion der Selbstkontrolle, die beide Fintech Unternehmen Monzo und TrueLayer auf den Markt gebracht haben, ist in erster Linie dazu gedacht, selbstständig und sofort Online-Zahlungen zu Anbietern aus der Glücksspielbranche zu sperren. Damit haben diese Dienstleister die erste freiwillige Glücksspielsperre in Großbritannien entwickelt, die es den Kunden ermöglichen soll, ihre Spielgewohnheiten durch digitale Zahlungen zu kontrollieren. Die von den beiden Fintech Unternehmen erstmals für kartenbasierte Zahlungen entwickelte Technologie ermöglicht es Kunden, die mit Problemen beim Glücksspiel zu kämpfen haben, Zahlungen an Wettportale, Casino Anbieter über ihre Bank zu sperren.

Solange die Sperre in Kraft ist, sind Einzahlungen auf ein Spielkonto nicht möglich. Bevor die Selbstsperre aufgehoben wird, muss der Kunde eine Bedenkzeit von 48 Stunden in Anspruch nehmen. Einfach zurückkehren, weil einen der Drang zu spielen erlangt hat, ist nicht möglich. Interessant sind die Angaben der reinen Online-Bank Monzo hierzu: Seit der Startphase im Jahr 2018 haben in Großbritannien bereits rund 400.000 Kunden für die Sperre entschieden, die allerdings auf direkte Transaktionen über Monzo limitiert war. Der Zuspruch hat das Finanzunternehmen dazu veranlasst, seine Software im Einklang mit TrueLayer entwickelte Sperroption auf offene oder kartenlose Zahlungen zu erweitern.

Für deutsche Spieler, die immer mehr die Klarna Sofort Einzahlmöglichkeit nutzen, ist die Sperrmöglichkeit sicher eine interessante Option. Bevor es zu einem Eintrag in der staatlich regulierten OASIS Sperrdatei kommt, wo es umständlicher ist, wieder ausgetragen zu werden, ist die auf freiwilliger Basis implementierte Sperre eine gute Alternative.

Das freiwillige Sperrsystem

Als erster in Großbritannien agierender Zahlungsanbieter wird der schwedische Finanzdienstleister mit weltweit mehr als 145 Millionen Nutzern jetzt in der Lage sein, über die hauseigene Klarna Sofort Plattform Zahlungssperren umzusetzen, die Kunden freiwillig für Online-Glücksspielsperren beantragen. Basierend auf Erfolgen von dem Online-Kreditinstitut Monzo und dem Technologieunternehmen TrueLayer, die sich zusammengetan haben, um gefährdete Kunden zu schützen, ist jetzt auch Sofort von Klarna mit involviert. Zuvor haben die Unternehmen mit dem gemeinsamen Pilotprojekt Erfolg gehabt, bei dem Möglichkeiten von Open Banking genutzt werden, um die Sperrung von Internetseiten mit Spielangeboten um Echtgeld zu erleichtern.

Monzo war die erste Bank, die 2018 eine Sperre für Online-Glücksspiel-Anbieter einführte. Dem gingen Anfragen von Kunden voraus, die offensichtliche Hilfe bei der Kontrolle ihrer Spielsucht benötigen. Mehr als 275.000 Monzo Kunden haben sich seitdem dafür entschieden, die Monzo-Spielsperre zu aktivieren, wobei in den Jahren weniger als 10 Prozent überhaupt dauerhaft die Zahlungssperre aufgehoben haben. Es scheint also eine sehr effiziente Lösung zu sein, die Kunden selbstständig nutzen und die nachhaltig präventiv wirkt.

Die Sperre für Glücksspiel ist ein völlig optionales Tool, das Kartenzahlungen an Glücksspielunternehmen blockiert. Kunden können die Funktion auf ihrem Monzo-Konto selbst in der App oder durch ein Gespräch mit einem Kundenbetreuer von Monzo aktivieren. Aufgrund der zunehmenden Nachfrage bei Glücksspielanbietern nach bequemen Open Banking gestützten Zahlungen haben sich Monzo und TrueLayer zusammengetan, um Kunden, die diese neuen Zahlungsmethoden für Online Spiele mit Echtgeld nutzen, den gleichen Schutz zu bieten. Dieses Pilotprojekt bedeutet, dass Monzo-Kunden von einer erweiterten Glücksspielsperre profitieren können, die Kartentransaktionen und Open-Banking-Zahlungen an von TrueLayer unterstützte Betreiber verhindert.

Bei Aktivierung der Sperre können jetzt Nutzer von Klarna Sofort Transaktionen an Buchmacher und Casino Anbieter mit Merkur Spielautomaten und anderen Slots sowohl persönlich als auch in Verbindung mit dem Internet stoppen und Abhebungen von Bargeld einschränken. Wer die Funktion deaktivieren will, muss eine 48-stündige Bedenkzeit einhalten und sogar mit einem Mitarbeiter des Kundensupports sprechen – ein zusätzliches Hindernis, das potenzielle Problemkunden abschrecken soll.

Die Bedeutung für die Zukunft der Branche

Jeder Kunde sollte Zugang zu einer speziellen Glücksspielsperre haben, unabhängig davon, bei welcher Bank er Kunde ist – oder wie auch immer eine Zahlung erfolgt. Dies lässt sich mit dem neuen Tool für Banken und Open-Banking-Anbieter relativ einfach einrichten und kann sich stark auf das Wohlbefinden der betroffenen Personen auswirken. Den Kunden Instrumente zum Selbstausschluss von Glücksspielen zur Verfügung zu stellen, ist dabei nur der Anfang, denn mit KI-Technologie haben Firmen wie Neccton schon weitere Werkzeuge entwickelt, um zu Erkennung von Problemen bei der Spielsucht schnell Hilfe zu leisten.

In jedem Fall ist das Duo Monzo TrueLayer der Ansicht, dass Open-Banking-Anbieter eine einzigartige Gelegenheit bietet, Glücksspielbetreibern dabei zu helfen, diejenigen, die von Spielsucht betroffen sind, nahtlos zu unterstützen. Außerdem können die Kunden so die Kontrolle über ihre Finanzen bewahren und handeln, bevor die Leidenschaft zu massiven finanziellen Problemen führt. Maßnahmen wie die Überprüfung der Zahlungsfähigkeit, um Risikospieler früher zu erkennen, die Festlegung von Obergrenzen für Einzahlungen, damit Spieler sich nicht überschulden. Zudem werden auch Identitätsprüfungen vermehrt über die Online-Bezahlung durchgeführt, die mit dem Konto des Kunden in Verbindung stehen.

Die Technologie des Anbieters wird von 75.000 Händlern in ganz Europa genutzt, von denen ein Teil der Glücksspielbranche zuzuordnen ist. In Verbindung mit der Muttergesellschaft Klarna haben diese Onlinehändler Zugang zu etwa 15.000 Banken und Kreditinstituten. Wichtig für das Funktionieren der Sperre im Zusammenhang mit Glücksspielanbietern ist, dass nur Direktzahlungen an Wett- und Casino-Seiten erlaubt sind, im Gegensatz zu anderen Bezahloptionen auf Raten oder Rechnung.

Alex Marsh, Leiter von Klarna UK, kommentiert den Start wie folgt in der Pressenachricht: „Wir fordern die Banken und andere Anbieter von Open-Banking-Infrastrukturen auf, diese relativ kleine Aktualisierung vorzunehmen, die zum Schutz Hunderttausender britischer Verbraucher beitragen könnte. Open Banking hat ein enormes Potenzial, den Wettbewerb zu erhöhen und die Kosten zu senken, und da die Akzeptanz wächst, muss die Branche schnell handeln, um Änderungen vorzunehmen, die das Leben der britischen Verbraucher weiter verbessern können.“