
Mehr als jeder Dritte spielt: Neue Studie Glücksspiel-Survey 2025 zum Glücksspielmarkt in Deutschland! (Bild von Eric Mclean auf Unsplash)
Die Diskussion um Glücksspiel in Deutschland wird oft emotional geführt. Neue wissenschaftliche Daten bringen nun wieder mehr Klarheit in die Debatte. Der aktuelle Glücksspiel-Survey 2025 zeigt, dass sich das Spielverhalten der Bevölkerung in den vergangenen Jahren kaum verändert hat. Mehr als ein Drittel der Menschen hat innerhalb eines Jahres mindestens einmal an einem Glücksspiel teilgenommen. Gleichzeitig untersuchten Forscher auch mögliche Risiken und Problemfelder. Die Studie basiert auf über 12 000 Interviews und liefert damit einen umfassenden Einblick in den deutschen Glücksspielmarkt. Neben klassischen Lotterien wurden auch Automatenspiele, Sportwetten und digitale Angebote wie Online Casinos mit deutscher Lizenz in die Analyse einbezogen.
Glücksspiel-Survey 2025: Repräsentative Studie untersucht Glücksspielverhalten
Der Glücksspiel-Survey wird regelmäßig durchgeführt, um Entwicklungen im deutschen Glücksspielmarkt wissenschaftlich zu beobachten. Für die aktuelle Untersuchung befragten Forschende des Instituts für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) gemeinsam mit der Universität Bremen 12 340 Menschen zwischen August und November 2025. Die Ergebnisse zeigen ein stabiles Bild: Rund 36 Prozent der Befragten gaben an, innerhalb eines Jahres mindestens einmal um Geld gespielt zu haben. Mehr als zehn Prozent erklärten, sogar wöchentlich an Glücksspielen teilzunehmen.
Projektleiter Dr. Jens Kalke vom ISD betonte bei der Vorstellung der Studie, dass die wiederholten Befragungen ein langfristiges Monitoring ermöglichen. Dadurch lasse sich erkennen, ob Maßnahmen zum Spieler- und Jugendschutz tatsächlich Wirkung zeigen. Auch innerhalb der Branche werden die Daten aufmerksam verfolgt erklärt der Deutschlandfunk. Für den Deutschen Lotto- und Totoblock liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise, um bestehende Präventionsmaßnahmen weiterzuentwickeln.
Unterschiede zwischen Altersgruppen und Spielformen
Neben der allgemeinen Teilnahme untersuchte der Survey auch mögliche problematische Spielmuster. Laut Analyse lag der Anteil der Menschen mit einer diagnostizierten Glücksspielstörung bei 2,2 Prozent der Befragten im Alter zwischen 18 und 70 Jahren. Besonders auffällig sind Unterschiede zwischen Altersgruppen. Unter jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren wurde mit 4,6 Prozent der höchste Anteil an problematischem Spielverhalten festgestellt. Bei älteren Teilnehmern zwischen 56 und 70 Jahren lag dieser Wert dagegen bei nur 0,8 Prozent.
Auch das Geschlecht spielt eine Rolle: Männer nehmen laut Studie häufiger an Glücksspielen teil als Frauen. Gleichzeitig steigt die Teilnahmequote mit zunehmendem Alter. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die unterschiedlichen Glücksspielarten. Die höchsten Anteile von Spielerinnen und Spielern mit problematischen Mustern fanden die Forschenden bei virtuellen Automatenspielen, klassischen Geldspielautomaten sowie bei Live-Sportwetten.
Diese Spielformen weisen laut Analyse ein höheres Gefährdungspotenzial auf als beispielsweise staatliche Lotterien. Axel Holthaus, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Spielerschutz im Deutschen Lotto- und Totoblock, betonte deshalb die Bedeutung regulierter Angebote. Besonders Lotterien wie LOTTO 6aus49 oder Eurojackpot hätten laut Studienergebnissen ein deutlich geringeres Risiko für problematisches Spielverhalten.

(Logos von dswv.de und docv.de)
Alarmierend äußern sich die Präsidenten der Verbände Deutscher Online Casino Verband (DOCV), Dirk Quermann und vom Deutschen Sportwettenverband (DSWV), Mathias Dahms: „Jeder Mensch mit einer Glücksspielstörung ist einer zu viel. Im regulierten Markt greifen staatlich geprüfte Schutzinstrumente – von Einzahlungslimits über das bundesweite Sperrsystem OASIS bis hin zu verpflichtenden Warnhinweisen und Spielpausen. Im Schwarzmarkt existiert keines davon. Wer Spielerschutz ernst nimmt, muss deshalb auch den wachsenden Schwarzmarkt ernst nehmen: Dort sind gefährdete Spieler schutzlos.“
Studie liefert Grundlage für politische Diskussion
Die Ergebnisse des Glücksspiel-Surveys werden auch für politische Entscheidungen relevant sein. Laut den Forschern zeigen die Daten, dass viele Maßnahmen zum Spielerschutz inzwischen von der Bevölkerung akzeptiert werden. Dazu zählen unter anderem Alterskontrollen, Werbebeschränkungen oder Sperrsysteme für Spieler. Solche Instrumente sind zentrale Bestandteile der Regulierung des deutschen Glücksspielmarktes.
Die Autoren der Studie sehen in den Ergebnissen deshalb eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des Glücksspielstaatsvertrags. Ziel bleibt es, Glücksspielangebote zu regulieren, Risiken zu minimieren und gleichzeitig eine kontrollierte Marktstruktur zu erhalten. Der Glücksspiel-Survey 2025 liefert damit vor allem eines: belastbare Zahlen für eine Diskussion, die in Deutschland häufig zwischen wirtschaftlichen Interessen, Spielerschutz und Regulierung geführt wird.















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