online Spielautomaten Steuersatz

Die Automatensteuer ist in Planung – NRW hat einen Gesetzesentwurf zum online Spielautomaten Steuersatz vorgelegt! (Bild von hrohmann auf Pixabay)

Deutschland liebt Steuern und eins war mit zunehmender Einigkeit unter den Bundesländern für das Recht auf eingeschränkte Freiheit beim Online-Glücksspiel klar – der Fiskus will verdienen. Nun hat sich das Land Nordrhein-Westfalen als einer der stärksten Befürworter der Glücksspielregulierung in Deutschland mit der Besteuerung des virtuellen Automatenspiels beschäftigt und einen Gesetzesantrag vorbereitet, der den zukünftigen online Spielautomaten Steuersatz genau definiert. Hierbei orientiert sich der Gesetzestext vor allem an den bereits geltenden Bestimmungen im Bundesgesetzblatt des Rennwett- und Lotteriegesetzes, wo auch die Besteuerung von Sportwetten geregelt ist. Demnach erfolgt die Steuererhebung grundsätzlich auf den Wett- bzw. Spieleinsatz des Kunden. Was der Gesetzesentwurf aus NRW vom 10.03.2021 im Detail für das virtuelle Automatenspiel bedeutet, das erklären wir Ihnen im folgenden Beitrag.

Was bedeutet online Spielautomaten Steuersatz?

Gemäß dem nordrhein-westfälischen ausformulierten Gesetzestext ist es angedacht, den online Spielautomaten Steuersatz auf den Einsatz der Spieler auszulegen. Demzufolge ist jeder Einsatz am Automaten steuerpflichtig, da es sich um einen Bruttobetrag handelt. Online Spielautomaten steuerfrei, das ist damit vorbei – Sie wetten entsprechend nicht mehr zu 100 Prozent mit dem von Ihnen eingesetzten Geld, sondern ausschließlich mit dem besteuerten Nettobetrag. Im Grunde genommen ist der Steuerbetrag auf dieselbe Weise abzuführen, wie es bereits bei den Sportwetten der Fall ist. Buchmacher müssen bei Ihren Kunden vom Wetteinsatz 5 Prozent Steuern abführen und sind somit Steuerschuldner. Bei einem fiktiven Einsatz von 1 Euro beläuft sich die Wette am Ende auf 0,95 Euro und 0,05 Euro fließen in die Staatskasse.

Der Gesetzgeber spricht hier von einer Überwälzung der Steuerlast auf den teilnehmenden Spieler, der für die Chance auf einen Gewinn beim Glücksspiel Steuern bezahlen muss. Das Herausrechnen übernimmt letztlich selbstverständlich der Casino Anbieter sowie auch die steuerliche Abgabe an das zuständige Finanzamt. Es handelt sich bei dem beschriebenen Ansatz vorerst um einen Gesetzentwurf, der allerdings schon recht eindeutig aufzeigt, dass Automatenspiele von Anbietern wie Bally Wulff, Merkur oder Novoline für deutsche Spieler mit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielgesetzes steuerpflichtig werden.

Die Zusatzabgabe für Sie als Spieler würde bei einer Umsetzung des Gesetzesentwurfs zur online Spielautomaten Steuer einen Steuersatz von 5,3 Prozent mit sich bringen. Immer wenn sich die Walzen in Gang setzen, wird die Steuer erhoben, mit 5,3 Cent für jeden eingesetzten Euro. Die Finanzministerien rechnen mit jährlichen Einnahmen aus der Automatensteuer von über 1 Milliarde Euro.

Die Folgen der Automatensteuer auf den Einsatz

Ende 2020 berichtete die Süddeutsche Zeitung sowie der NDR bereits darüber, dass in den Landesministerien für Finanzen bereits eifrig an einer Sondersteuer auf Automatenspiele sowie auf Poker online Spiele debattiert wird. Im Raum standen 8 Prozent auf Einsätze an Online-Spielautomaten und 5,3 Prozent für Pokerspiele. In diesem Kontext hat sich die Branche erschrocken, war doch das eigentliche Hauptziel, durch die Kanalisierung des Gaming-Marktes für mehr Spielerschutz zu sorgen. Den ersten Vorschlag präsentierte bereits NRW im Einklang mit den Ministerien aus Berlin, Bayern und Hessen. Die wettbewerbsgerechten Rahmenbedingungen haben unter dieser Maßgabe viele Unternehmen branchenintern angeprangert. Um wirtschaftlich zu arbeiten, müssen durch den zu entrichtenden Steuersatz die Auszahlungsquoten der Online Slots angepasst werden.

Das gilt allerdings nur für den Fall, dass der Glücksspielanbieter den Steuerbetrag für deutsche Spieler übernimmt. Bei den Wettanbietern gibt es hierbei unterschiedliche Vorgehensweisen, wie sich die Betreiber mit der Besteuerung arrangiert haben. Der klassische Weg zieht die Steuer vom Einsatz automatisch bei der Abgabe ab. Dementsprechend reduziert sich faktisch der Spieleinsatz. Es gibt jedoch auch Betreiber, die selbst den Steuersatz bezahlen und nicht erkennbar auf ihre Kunden umwälzen. Allerdings ist bei diesen Anbietern meist die Wettquote entsprechend niedriger, um im Rahmen der Gewinnausschüttung den geleisteten Steuerbetrag wieder auszugleichen. Bei der online Spielautomaten Steuer wäre dies auch eine Option, allerdings müsste hierfür der RTP (Return to Player) Wert entsprechend reduziert werden.

Im Falle einer Anpassung der Auszahlungsquote würde das bedeuten, dass Sie zum Beispiel einen beliebten Slot wie Double Triple Chance von Merkur mit einem original RTP von 95,65 % mit einer reduzierten Ausschüttungsrate von 90,35 % vorgesetzt bekommen.

Fördert der online Spielautomaten Steuersatz den Schwarzmarkt?

In der Gesetzesbegründung bezieht sich der Steuervorschlag auf das bereits funktionierende Wettmodell, welches in die Gesetze der Lotteriesteuer eingebunden ist. Auch hier gab es anfangs Gegenwind, da eine massive Abwanderung zu vermeintlich illegalen Anbietern mit besseren Quoten zu erwarten ist. Das ist jedoch nicht passiert, der deutsche Spieler hat die 5-prozentige Wettsteuer hingenommen und der Markt erfährt eine zunehmende Kanalisierung. Vor diesem Hintergrund ist eine Ausweichbewegung beim Automatenspiel nicht zu befürchten. In der Begründung heißt es: „Der Steuersatz von 5,3 Prozent ermöglicht ein Angebot des legalen Glücksspiels zu wettbewerbsfähigen Konditionen“.

Prinzipiell ist dem zuzustimmen, da die breite Masse sich auf die seriöse deutsche Lizenz verlässt und somit gar nicht erst in Versuchung kommt, nach möglicherweise erfolgversprechenderen Ausschüttungsquoten zu suchen. Deutsche Spieler, die ohnehin mit den Regelungen im neuen Glücksspielvertrag auf Kriegsfuß stehen, werden sich sehr wahrscheinlich anderweitig im Internet umsehen. Allein aufgrund der 1.000 Euro Einzahlungslimits pro Monat und Einsatzlimits von maximal 1 Euro pro Spin am Automaten wird es einzelne geben, die mit einer Überwälzung der online Spielautomaten Steuer Portale mit besseren Konditionen aufsuchen.

Fazit: Eine Regulierung muss natürlich bezahlt und die Kontrollmechanismen in der neuen Glücksspielbehörde in Halle Sachsen-Anhalt finanziert werden. Gleichzeitig genießen Sie in Deutschland im regulierten Markt eine Rechtssicherheit, die es außerhalb in dieser Form nicht geben wird. Darüber hinaus werden Gewinne aus Glücksspielen in der Bundesrepublik nicht besteuert, was im Vergleich zu anderen Ländern wie der USA als Vorteil zu bewerten ist.