Illegale Glücksspielwerbung: Meta rückt ins Visier der britischen Glücksspielaufsicht!

Illegale Glücksspielwerbung auf Meta rückt nach Todesfall in den Fokus! (Bild von Shutter Speed auf Unsplash)

Die illegale Glücksspielwerbung auf Meta Plattformen wie Facebook ist in Großbritannien zu einem zentralen Thema für Glücksspielregulierung und Verbraucherschützer geworden. Nach dem Tod eines spielsüchtigen Mannes und neuen Untersuchungen der Gambling Commission stehen Facebook und Instagram unter Druck. Die britische Glücksspielaufsicht wirft dem Plattformbetreiber vor, Anzeigen von nicht lizenzierten Glücksspielanbietern zu dulden, obwohl diese gezielt britische Nutzer ansprechen. Besonders problematisch ist, dass diese Werbung auch Personen erreicht, die sich selbst vom Glücksspiel ausgeschlossen haben. Damit verlieren Spielerschutzmaßnahmen, die für zugelassene Anbieter – darunter auch Online Casinos mit deutscher Lizenz und andere staatlich zugelassene Plattformen – verpflichtend sind, zunehmend an Wirkung.

Ein Todesfall als Ausgangspunkt der Ermittlungen

Auslöser der aktuellen Debatte ist der Tod von Ollie Long, der im Februar 2024 in England ums Leben kam. Long hatte über Jahre eine schwere Spielsucht entwickelt, nachdem er durch einen Willkommensbonus für Sportwetten einen hohen Gewinn erzielt hatte. In der Folge spielte er sowohl bei lizenzierten britischen Wettanbietern als auch auf nicht regulierten Plattformen im Internet.

In den Monaten vor seinem Tod platzierte Long mehr als 50 Einsätze bei illegalen Betreibern. Diese nutzten Zahlungsdienstleister in Schweden und Nigeria und bewarben ihre Angebote über soziale Netzwerke. Das zuständige Gericht stellte später fest, dass mehrere Faktoren zu seinem Tod beitrugen und klassifizierte diesen als Suizid. Glücksspiel wurde dabei nicht als unmittelbare Todesursache genannt. Dennoch legte der Fall der UK Gambling Commission offen, wie intensiv illegale Anbieter digitale Werbung nutzen, um Spieler in regulierten Märkten zu erreichen.

Gezielte Werbung an gesperrte Spieler – Meta unter Druck wegen fehlender Durchsetzung

Die Gambling Commission sieht in der illegalen Glücksspielwerbung auf Meta ein strukturelles Risiko. Ein zentraler Punkt ist die gezielte Ansprache von Personen, die sich über das nationale Sperrsystem GamStop selbst vom Glücksspiel ausgeschlossen haben. Während lizenzierte Betreiber verpflichtet sind, diese Spieler zu blockieren, nutzen illegale Offshore-Casinos Suchbegriffe und Werbetexte, die genau diese Gruppe ansprechen.

Damit wird der Spielerschutz, der für regulierte Anbieter gilt – unabhängig davon, ob es sich um britische Plattformen oder Online Casinos mit deutscher Lizenz handelt – gezielt umgangen. Nach Einschätzung der Aufsicht werden so besonders gefährdete Menschen direkt in Angebote gelenkt, die keiner staatlichen Kontrolle unterliegen.

Auf der ICE-Messe in Barcelona verschärfte die britische Glücksspielbehörde ihre Vorwürfe. Über Metas eigene Werbebibliothek konnten Ermittler zahlreiche Glücksspielanzeigen finden, die ohne gültige Lizenz britische Nutzer ansprechen. Die Plattformen verfügen zwar über Richtlinien, die eine Lizenz für Glücksspielwerbung vorschreiben, diese würden jedoch nicht konsequent durchgesetzt.

Meta schlug der Behörde vor, dass diese selbst KI-gestützte Tools nutzen könne, um problematische Anzeigen zu melden. Aus Sicht der Gambling Commission reicht dieses Vorgehen nicht aus. Die Behörde erwartet, dass ein globaler Technologiekonzern seine eigenen Systeme aktiv nutzt, um illegale Inhalte frühzeitig zu erkennen und zu entfernen. Im Zentrum der Vorwürfe steht Facebook, über dessen Werbesystem zahlreiche Anzeigen für nicht lizenzierte Anbieter verbreitet wurden.

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Illegale Glücksspielwerbung auf Meta ist ein internationales Phänomen

Die illegale Glücksspielwerbung auf Meta beschränkt sich nicht auf Großbritannien. Untersuchungen zeigen, dass ähnliche Anzeigen auch in anderen Ländern wie Indien, Malaysia und Saudi-Arabien verbreitet sind – selbst dort, wo Glücksspiel stark eingeschränkt oder verboten ist. In all diesen Märkten werden soziale Netzwerke genutzt, um Nutzer zu nicht regulierten Glücksspielangeboten zu lenken.

Für Regulierer bedeutet das eine wachsende Herausforderung: Während lizenzierte Anbieter strenge Auflagen erfüllen müssen, erreichen Offshore-Casinos ihre Zielgruppen über globale Plattformen ohne vergleichbare Kontrollen. Der britische Fall zeigt, wie groß die Lücke zwischen nationaler Glücksspielregulierung und internationaler Online-Werbung inzwischen geworden ist.

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