Glücksspiel Werbung auf X: Plattform zieht Influencer-Marketing den Stecker!

Neue Richtlinie: X verschärft Regeln – Glücksspiel-Werbung auf X vor dem Aus? (Bild von Fachrizal Maulana auf Unsplash)

Die Dynamik rund um Glücksspiel-Werbung auf X bekommt eine neue Wendung. Ohne große Ankündigung hat die Plattform im Februar ihre Richtlinien angepasst und Glücksspiel-Angebote aus dem Bereich bezahlter Partnerschaften verbannt. Betroffen sind Influencer-Kooperationen, Affiliate-Modelle und andere vergütete Inhalte. Damit trifft es ausgerechnet einen Kanal, der in den vergangenen Jahren massiv gewachsen ist. Während klassische Werbeanzeigen weiterhin möglich bleiben, wird Creator-Marketing für Wettanbieter und Online Casinos deutlich eingeschränkt. Für die Branche bedeutet das einen strategischen Einschnitt – insbesondere in regulierten Märkten wie Deutschland.

Glücksspiel-Werbung auf X: Neue Regeln setzen Influencern Grenzen

Kern der Änderung: Jede Form von Inhalt, die gegen Bezahlung oder andere Vorteile veröffentlicht wird, fällt künftig unter das Verbot für Glücksspiel-Werbung auf X im Rahmen von Paid Partnerships. Dazu zählen Provisionen, Umsatzbeteiligungen, Referral-Modelle oder gesponserte Posts. Zur neuen Politik für bezahlte Partnerschaften mit einer aktualsierten X Werberichtlinie sowie allgemeinen X Regeln informiert die Plattform. Dabei unterscheidet X jedoch klar zwischen Influencer-Kooperationen und klassischen Anzeigenkampagnen. Inhalte, die als offizielle Werbung über das X-Ads-System gebucht werden, können unter Einhaltung der Werberichtlinien weiterhin geschaltet werden.

Verstöße gegen die neuen Vorgaben können zur Löschung einzelner Beiträge, Einschränkungen von Accounts oder im Wiederholungsfall zu Sperrungen führen. Für viele Affiliates bedeutet das eine Neuausrichtung ihrer Strategien. Gerade organische Reichweite durch Creator galt bisher als performanter Wachstumstreiber – nun wird dieses Spielfeld enger.

Regulierung, Limits und Sichtbarkeit: Deutsche Anbieter im Spannungsfeld

Für den deutschen Markt entsteht eine besondere Konstellation. Glücksspiel-Werbung auf X war für Anbieter mit Lizenz ohnehin kein Selbstläufer. Strenge Vorgaben zu Einsatzlimits, Einzahlungslimits und Werbebeschränkungen sorgen dafür, dass legale Plattformen deutlich defensiver auftreten.

Online Casinos Deutschland mit GGL-Lizenz bewegen sich innerhalb klar definierter Leitplanken. Maximal ein Euro pro Spin, monatliche Einzahlungslimits und umfangreiche Spielerschutzmechanismen prägen das Angebot. Diese Rahmenbedingungen reduzieren spektakuläre Werbeversprechen – insbesondere im Vergleich zu nicht regulierten Plattformen.

Genau hier entsteht ein Problem für die Kanalisierung: Während legale Anbieter stark eingeschränkt sind, performen auf Social Media häufig illegale Angebote mit aggressiveren Versprechen. Große Gratis-Verlockungen mit Casino Bonus ohne Einzahlung, vermeintlich unbegrenzte Jackpots und hohe Einsätze erzeugen Aufmerksamkeit – auch wenn sie nicht den deutschen Vorgaben entsprechen.

Mit dem Verbot von Influencer-Partnerschaften auf X verlieren lizenzierte Betreiber einen weiteren Reichweitenkanal, während inoffizielle Anbieter oft außerhalb klarer Kontrollmechanismen agieren. Das erschwert die Lenkung der Spieler in den regulierten Markt.

Google Ads-Richtlinien bei Glücksspiel: Wo geht die Reise hin?

(Bild © Simon auf Pixabay)

Online-Riese Google hat im letzten Jahr bereits im Einklang mit der deutschen Glücksspielbehörde GGL seine Richtlinien für Ads geändert, um illegalen Glücksspielanbieter Einhalt zu gebieten.

Internationaler Trend: Plattformen verschärfen den Ton

Die Entscheidung von X ist kein Einzelfall. Weltweit prüfen Tech-Unternehmen ihre Werberichtlinien für regulierte Branchen neu. In mehreren europäischen Ländern bestehen bereits Einschränkungen für Influencer-Marketing im Glücksspielsektor. Auch außerhalb Europas wurden Promotions für Wettangebote zuletzt stärker reguliert.

Parallel dazu justieren Plattformen ihre Definitionen von Finanzprodukten, Prognosemärkten und Wetten neu. Während klassische Paid Partnerships für Glücksspiel nun tabu sind, bleiben Werbeanzeigen unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Die Grenzen zwischen Finanzprodukt, Prediction Market und klassischem Wettangebot sorgen allerdings weiterhin für Interpretationsspielraum.

Fest steht: Glücksspiel-Werbung auf X wird künftig transparenter, kontrollierter und deutlich stärker reguliert sein. Für deutsche Lizenzanbieter bedeutet das, ihre Sichtbarkeit über seriöse Kanäle weiter zu stärken und Vertrauen statt Sensation in den Mittelpunkt zu stellen. Der Markt verändert sich – nicht durch den nächsten Jackpot, sondern durch Algorithmen, neue Regeln und Regulierung.

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