
Glücksspielprävention im Fokus: GGL setzt Austausch mit Ländern konsequent fort! (Bild © gluecksspiel-behoerde.de)
Die Regulierung des deutschen Online-Glücksspielmarktes lebt nicht allein von Paragrafen, technischen Systemen und Vollzugsmaßnahmen. Sie steht und fällt mit dem Austausch zwischen Aufsicht, Industrie, Prävention und Suchthilfe. Genau an diesem Punkt setzt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) erneut an: Mit dem fortgeführten Dialog mit den Landeskoordinatoren für Glücksspielprävention soll der Spielerschutz weiter geschärft und praxisnah ausgestaltet werden. Beim jüngsten Treffen am 11. Dezember 2025 ging es dabei nicht um abstrakte Zielbilder, sondern um konkrete Erfahrungen aus der täglichen Präventionsarbeit – und um die Frage, wie Regulierung wirksam bleibt, während sich Markt, Werbung und Nutzerverhalten dynamisch verändern.
Glücksspielprävention als gemeinsames Projekt von Aufsicht und Ländern
Die Glücksspielbehörde GGL steht seit ihrer Gründung vor der Herausforderung, bundesweit einheitliche Aufsicht mit föderalen Präventionsstrukturen zu verbinden. Genau hier kommen die Landeskoordinatoren ins Spiel. Sie leiten die jeweiligen Landesfachstellen und fungieren als Schnittstelle zwischen Suchthilfe, Forschung und praktischer Präventionsarbeit in den Bundesländern.
Im regelmäßigen Austausch mit der Glücksspielaufssichtbehörde werden Erfahrungen aus Beratungsstellen, Statistiken aus der Suchthilfe sowie neue Risikomuster im Online-Glücksspiel diskutiert. Ziel ist es, diese Erkenntnisse nicht nur zu sammeln, sondern in die laufende Aufsicht und Durchsetzung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 einfließen zu lassen. Die GGL versteht sich dabei ausdrücklich nicht nur als Kontrollinstanz, sondern auch als lernende Behörde, die regulatorische Maßnahmen fortlaufend überprüft.
Ein zentrales Thema bleibt dabei die Frage, wie sich Spielerschutz im digitalen Raum messbar und wirksam gestalten lässt – insbesondere angesichts neuer Werbeformen und Plattformen mit Blick auf die Glücksspielprävention.
Werbung, Schwarzmarkt und Evaluierung im Fokus
Ein Schwerpunkt des aktuellen Austauschs lag auf der Glücksspielwerbung. Landeskoordinatoren präsentierten Auswertungen aus Klientenstatistiken, die zeigen, wie Werbung – insbesondere im Online-Umfeld – auf gefährdete Spieler wirkt. Diese Rückmeldungen sind für die GGL von hoher Relevanz, da sie einen direkten Einblick in reale Nutzungsmuster liefern, die über reine Marktdaten hinausgehen. Parallel dazu wurde auch das Vorgehen gegen illegales Glücksspiel thematisiert.
Die GGL sieht den Schutz der Spielerinnen und Spieler untrennbar mit der Eindämmung des Schwarzmarkts verbunden. Illegale Anbieter entziehen sich nicht nur Limits, Sperrsystemen und Identitätsprüfungen, sondern unterlaufen auch präventive Maßnahmen vollständig. In früheren Beiträgen hat die Behörde bereits betont, dass effektiver Spielerschutz nur innerhalb eines regulierten Marktes möglich ist. Vor diesem Hintergrund spielt auch die laufende Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 eine zentrale Rolle. Die GGL sammelt kontinuierlich Daten, um beurteilen zu können, welche Maßnahmen wirken und wo nachjustiert werden muss.
Erkenntnisse aus der Präventionspraxis fließen dabei ebenso ein wie technische Aufsichtsdaten und wissenschaftliche Begleitforschung. Für Spieler bedeutet das zugleich mehr Orientierung: Wer sich an Online Casinos mit deutscher Lizenz hält, die auf der offiziellen GGL-Whitelist geführt werden, bewegt sich in einem regulierten Umfeld mit verbindlichen Spielerschutzstandards.

Eine Analyse in der ZfWG legt nahe, dass zu hohe Glücksspielsteuern den legalen Markt schwächen und damit den Spielerschutz untergraben, weil Spieler verstärkt zu illegalen Angeboten abwandern. Steigende Abgaben führen zu Schließungen, sinkender Attraktivität legaler Angebote und begünstigen so genau den Schwarzmarkt, den die Regulierung eigentlich eindämmen soll.
Spielerschutz braucht Kontinuität und Austausch
Der fortgesetzte Dialog zwischen GGL und Landeskoordinatoren zeigt, dass Glücksspielregulierung kein statisches Konstrukt ist. Sie entwickelt sich weiter – im Spannungsfeld zwischen Marktinnovation, gesellschaftlicher Verantwortung und politischem Auftrag. Gerade im Online-Bereich, wo neue Formate und Werbekanäle entstehen, ist der enge Austausch zwischen Aufsicht und Prävention entscheidend.
Die GGL hat angekündigt, diesen Dialog auch künftig intensiv fortzusetzen und insbesondere die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags weiter eng zu begleiten. Ziel bleibt ein regulierter Markt, der Spielerschutz nicht nur verspricht, sondern auch praktisch umsetzt – und dabei auf belastbare Daten, fachliche Expertise und föderale Zusammenarbeit setzt. Für den legalen Glücksspielmarkt in Deutschland ist das ein wichtiges Signal: Nachhaltige Regulierung entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch kontinuierliche Abstimmung zwischen allen Beteiligten.















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