
Landtagssitzung Niedersachsen: SPD-Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne spricht und SPD-Politiker Markus Brinkmann zockt Spielautomaten online! (Plenarsitzung Niedersächsischer Landtag, Foto © Focke Strangmann)
Inmitten der Sitzung des Landtags von Niedersachsen kam es zu einem ungewöhnlichen Schauspiel: Während der SPD-Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne vor dem Plenum sprach, spielte SPD-Abgeordneter Markus Brinkmann auf seinem Tablet virtuelle Automatenspiele. Der Politiker aus den Reihen der Sozialdemokraten wird dabei auch ertappt, wie die „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) berichtet. Der Landtagsabgeordnete soll Berichten zufolge mit einem Tablet sowie auch Handy während einer Landtagssitzung Casinospiele gespielt haben.
Markus Brinkmann zockt im niedersächsischen Landtag
Unter den Augen seiner Kollegen zockte ein Mitglied des niedersächsischen Landtags während einer Sitzung eine Runde Casino. Zu dem Vorfall haben sich inzwischen nicht nur seine Fraktion, sondern auch der Abgeordnete selbst zu Wort gemeldet. Die Sache beschäftigt mittlerweile den Landtag im niedersächsischen Hannover. Dort wurde der Sozialdemokrat Markus Brinkmann aus der SPD-Fraktion am 11. September beim Spielen auf seinem Tablet und später auch auf seinem Handy bei laufender Plenarsitzung gesehen.
Nach Angaben der Zeitung waren auf einem Foto, das in diesem Zusammenhang entstand, virtuelle Casino-Automaten auf dem Bildschirm zu erkennen. Gegenstand der Diskussion waren Maßnahmen zur Belebung der niedersächsischen Wohnimmobilienmärkte. Den Angaben der Zeitschrift zufolge war der Zwischenfall sowohl von den Presseplätzen als auch von den Besucherplätzen des Landtags sichtbar. Laut dem Bericht war Brinkmann ebenfalls in der letzten Reihe anwesend.
9 bis 20 Uhr konzentrieren ist schwierig bei Landtagssitzung
Der 64-jährige Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Sarstedt-Bad Salzdetfurth zu dem ziemlich unerfreulichen Ereignis zu Wort gemeldet. Im Rahmen der Diskussion erklärte der Politiker, im Laufe der mehrstündigen Sitzung gelegentlich „gezockt” zu haben. Es sei angesichts von Sitzungstagen mit einer Dauer von 9 bis 20 Uhr nicht einfach, über einen so langen Zeitraum hinweg eine konstant hohe Konzentration aufrechtzuerhalten.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Brinkmann erklärt: „Darum hatte ich mich kurz mit dem Spiel zerstreut. So etwas sollte nicht vorkommen, darum bitte ich um Entschuldigung.“
Zu dem Thema äußerte sich außerdem ein SPD-Fraktionssprecher in Niedersachsen gegenüber dem Landtag. Seiner Aussage zufolge habe kein echtes Glücksspiel stattgefunden, berichtet news38. Parallel dazu wies dieser darauf hin, dass die Führungsriege der SPD-Fraktion die Mitglieder nochmals zu diesem Sachverhalt aufklären werde. Der betroffene Politiker Brinkmann selbst hat in Zukunft ohnehin weniger zu tun und somit mehr Zeit der Unterhaltung des Automatenspiels nachzugehen.
Im Anschluss an seine über 20-jährige Tätigkeit im niedersächsischen Landtag kündigte der 64-Jährige an, nicht noch einmal als Kandidat für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag innerhalb der nächsten zwei Jahre zu kandidieren.

(Bild von chrisliverani auf Pixabay)
In einer Studie haben internationale Wissenschaftler eindringlich an die Risiken von Glücksspielen aufmerksam gemacht. Mehr als 450 Millionen Menschen weltweit seien inzwischen von Glücksspielsucht beeinträchtigt.
Vielleicht „nur“ ein Social Casino
Auf den Fotos der Presse lässt sich freilich nur mutmaßen, welches Spiel und wo gezockt wurde. Da Echtgeld Online Casinos und Social Casinos oft die gleichen Spiele anbieten, kann man nicht erkennen, ob es ein kostenloses Spiel oder tatsächlich Glücksspiel war.
Aus der Fraktion der SPD wurde in jedem Fall mitgeteilt, dass es sich nicht um Glücksspiel handelt, was darauf zurückschließen lässt, dass es sich um ein Social Casino gehandelt hat. Dieser Markt boomt mit Angeboten von Marken wie Crown Coins oder Merkur24.















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